Leider kann ich mir von den Verhältnissen vor Ort kein eigenes Bild machen - aber mich würden die folgenden Informationen zur Ursache interessieren:
- Wodurch genau wurden die Schäden/Opfer verursacht? (Flutwelle, Zusammenbruch von Häusern, Abrutschen von Hängen, etc.)
- Wo haben die Schäden stattgefunden (z.B. Häuser, die in einem Flußbett gebaut wurden, etc.)
Ohne unsentimental sein zu wollen - es geht es mir darum, ob die Vorfälle vielleicht dadurch oder mitverursacht wurden, daß die örtlichen Behörden oder die Einwohner eine potentielle Gefahr von Starkregenfällen vernachlässigt haben.
Ich wundere mich, ehrlich gesagt, darüber, daß es keine Vorweg-Warnungen gab (oder gab es welche im Rundfunk und Fernsehen bzw. durch örtliche Behörden)?
Die Wetterlage war bereits 2 Tage vorher auf Satellitenbildern zu erkennen und das europäische Sturmwarnungszentrum hatte sogar eine Stufe 1 Warnung für Sturm und Niederschläge herausgegeben.
Ich selbst hatte z.B. am Montag nachmittag noch jemandem, der in dem Gebiet reisen wollte, eindringlich davon abgeraten, dies zwischen Dienstagabend und Mittwochabend zu tun (daher weiß ich auch noch genau über die damalige Vorhersagesituation Bescheid) - da halte ich es eigentlich für unmöglich, daß die Meteorologen in Tunis keine öffentlichen Warnungen ausgesprochen hatten?
Wurden diese Warnungen also gar nicht erst gegeben, oder wurden sie nur nicht vom Fernsehen und Radio verbreitet, oder haben die Einwohner vielleicht nicht darauf gehört?
Speziell vor der Hintergrund ähnlicher Vorkommnisse, die bei ähnlicher Wetterlage in den Tagen davor im Westen von Nordafrika stattgefunden hatten (ebenfalls Unwetter mit "Flashflood" und Schäden und Tote) war es doch zu erwarten, daß es in Tunesien ganz ähnlich ausgehen könnte.
Diese Ursachenforschung ist deshalb wichtig, weil, wie ich schon anderswo schrieb/sagte, einige Meteorologen die Meinung vertreten, daß diese Wetterlage in den kommenden Jahren öfter auftreten wird und speziell die Gebiete im Sahel höhere Niederschlagsmengen haben werden.
Die zurückliegenden Jahrhunderte sind nämlich ausgesprochen trocken gewesen und es scheint nun wieder zu einer Umkehr zu kommen - bis vor ca. 3000 Jahren gab es in der Sahara noch Gräser und bis vor 6000 Jahren auch Bäume (Elefanten, Krokodile, etc.).
Die Ursache scheint hier hauptsächlich in der sich in bestimmten Zeiträumen (tausende bis hunderttausend Jahre) ändernden Erdbahn/neigung zu liegen, inwieweit die durch Menschen verusachte "Erderwärmung" eine zusätzliche Rolle spielt, lasse ich jetzt einmal dahingestellt. Dadurch trifft weniger/mehr Sonnenstrahlung auf bestimmte Gebiete und verändert Temperaturen der Land- und Wassermassen und damit auch der meteorlogischen Gegebenheiten (hier: Mosunwinde). Interessant in diesem Zusammenhang mag auch eine Temperaturanomalität im Atlantik (und zwar vor der nordwestafrikanischen Küste) vor einigen Wochen gewesen sein, die in meteorologischen Foren diskutiert wurde.
http://news.nationalgeographic.com/news/2009/07/090731-green-sahara.html http://de.encarta.msn.com/sidebar_118150...Cste_wurde.html In anderen Worten: Das, was geschehen ist, kann sich schon bald, womöglich bereits im Winter oder im kommenden Jahr, wiederholen - hoffentlich stellten sich die Behörden in Tunesien darauf ein (Abriß von Häusern in Überschwemmungskanälen, Sicherung von rutschgefährdeten Hängen, Stichkanäle, Schaffung von Flutgebieten, Information der Bevölkerung zur Sicherung von gefährdeten Häusern, z.B. durch Wälle oder Fluttüren, etc.).