Frankreich nach der Wahl

Die Grande Nation wählt am Sonntag. Aber diese Präsidenten-Wahl ist wohl einmalig in der französischen Geschichte: Zwar haben die Wähler die freie Entscheidung zwischen zwei Kandidaten - der moralische Druck der Mehrheit auf die Unentschlossenen und die potenziellen Le Pen-Anhänger ist jedoch erdrückend. Alleine am 1. Mai demonstrierten mehrere Hunderttausend Menschen in Paris gegen den Vorsitzenden der rechtsextremen "Front National" und für die Unterstützung Jacques Chiracs.

Der enorme Stimmenanteil Jean-Marie Le Pens im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hat Frankreich wachgerüttelt: Für Europa fürchtete man einen dramatischen Rechtsruck. Aber wo liegen die Ursachen für das unvorhersehbare Wählerverhalten? Und welche Konsequenzen wird der Wahlausgang nun für Frankreich und Europa haben? Ist das Mehrheitswahlrecht überhaupt noch zeitgemäß?

Über diese und weitere Fragen diskutiert Gaby Dietzen mit Henrik Uterwedde (Deutsch-Französisches Institut), Jean-Paul Picaper (Redakteur "Le Figaro") und Heiko Engelkes (ARD-Korrespondent).