Original geschrieben von: Frogger
Original geschrieben von: Katousti

Möchtest du damit sagen, dass das Tragen eines Kopftuches religiöser Extremismus in den Anfangsformen ist?


Genau so sieht es aus - was offenbar im Westen weniger verstanden wird, als in einem Land, das sozusagen "Fachmann" in dieser Religion ist.

Zum einen handelt es sich nicht um ein normales Kopftuch, sondern über einen ganz bestimmten Typ davon und zum anderen - natürlich - ohne die Religion gäbe es den vermeintlichen (weil, wie gesagt, keine eindeutige Aussage dafür zu finden ist) Zwang dazu nicht. Und wie bereits gesagt, in der Türkei wurde ebenso verfahren, als der Staat säkularisiert wurde.
Diejenigen, die noch vor 20, 30 Jahren nach Tunesien in den Urlaub gefahren sind, sollten es wissen, daß damals die Anzahl der religiösen Kopftücher deutlich geringer war, als heute - was nicht daran liegt, daß die Leute heute auf wundersame Weise religiöser geworden sind, sondern eine bestimmte Gruppe diese Religiosität aktiv in der Öffentlickeit demonstrieren will. Und genau das, das sind die Anfänge des religiösen Extremismus und religiöser Apartheit (wie auch z.B. die Quäker in den USA).

Nicht ohne Grund wird eine ähnlich Ansicht auch von einigen mulimischen Islamkritikern im Westen vertreten - ich stimme insoweit überein, daß aus der Sicht eines säkularen Staates das aktive Demonstrieren religiöser Insignien NICHT zu den Grundrechten eines Menschen gehören sollte und die im Westen dafür vorgebrachte Toleranz ein Irrweg und Kniefall ist.

Anders sieht es aus, wenn jemand Funktionär einer Religion ist (Imam, Priester, Nonne, etc.) und die Insignien als "Dienstkleidung" trägt - dann ist es nämlich eher eine Uniform bzw. Berufskleidung. Und ebenso anderes beurteile ich die bloße Darstellung von Insignien auf toten Gegenständen (Sichel auf einer Moschee, Kreuz auch einer Kirche, religiöse Insignien an Wänden, in Büchern, etc.), denn da haben diese Insignien keinen Bezug zu einem konkreten Menschen.


Hallo, aus sozialpolitischer Sicht stimme ich voll und ganz den Argumenten hier zu, ABER:
Wenn wir jetzt nicht vom kühlen, schattigen D reden mit heute z.B. 12 bis 15Grad im Durchschnitt,
sondern vom heißen Tunesien (heute auch nur 25 Grad, aber vorgestern z.B. 36 Grad!!! und einer "erbarmungslosen Sonnenstrahlung", dann ist das was anderes. Wenns hier über 30Grad sind, geh ich auch nur mit Kopfbedeckung raus (und brauche öfters mal ne s73... ).
Mann sollte nicht vergessen, dass hier die Frauen grundsätzlich den Khimar nehmen als Schutz vor der Sonne-
vor Staub und Sand, der hier bei Wind und Trockenheit oft herumwirbelt. Ist auch besser, um sich vor einem Sonnenbrand, -stich und die Haare vorm Autrocknen zu schützen!
Ein Beispiel: verlobte Mädchen gehen hier so weit, dass sie sogar Handschuhe und Socken tragen, neben der langen Kleidung und sich so ganzkörpermäßig vor Sonne schützen und die hier vornehme Blässe bewahren!
lg, anchadia