Naja, die Sache ist ja die: die meisten der Auswanderer haben keine Papiere und deshalb müssen sie von Tunesien identifiziert werden. Solange es nicht eindeutig erwiesen ist, aus welchem Land jemand stammt, kann man ihn nicht abschieben, wohin auch?

Tunesien wiederum ist nicht dumm - zum einen wollen sie für diese Idenfizierungsarbeit Geld haben, denn sie sehen es nicht ein, Arbeit für etwas zu leisten, das sie nicht verschuldet haben, und da es sich um Tausende von Auswanderern handelt, kann man sich vorstellen, daß da eine Menge Arbeit zu leisten ist. Lassen wir es 10.000 Personen pro Jahr sein, dann wären 10 Millionen Euro etwa 1000 Euro pro Flüchtling, sind es 20.000, dann sind es nur noch 500. Wenn man bedenkt, daß die Abschiebung eines "Illegalen" aus Europe schnell ein paar 1000 Euro kosten kann, dann ist das gar nicht so sehr teuer...

Klar - offenbar soll Tunesien wohl auch noch ein paar Leute mehr aufnehmen, Afrikaner, die durchgereist sind. Die müssen dann eingebunkert oder weiter-gewiesen werden, das kostet auch etwas (deshalb wohl der Hinweis auf HIV und Drogen, weil in Schwarzafrika die HIV-Quote sehr hoch ist).

Dieselben Probleme hat übrigens auch Marokko bzw. Senegal mit den Kanarischen Inseln - Formentera liegt z.B. genauso weit von Marokko entfernt, wie Lampedusa von Tunesien, 100km (Lampedusa liegt östlich von Monastir).

Andererseits aber ist Tunesien auch nicht unbedingt erpicht darauf, die Landsleute wieder zurückzbekommen, denn Leute ohne Ausildung und ohne Arbeit gibt es in Tunesien genug, da freut man sich über jeden, der das Land verlassen hat.

150 neue Auswanderer warten übrigens schon wieder darauf, auf Lampedusa auszuschiffen - ein Frachter hat sie gerade aus irgendwelchen kleinen Booten gerettet (in maltesischen Gewässern, doch Malta will natürlich nicht ein zweites Lampedusa werden, drum verweigerten sie dem Frachter die Landung).