Ein Besuch in Luxor gehört zu den Höhepunkten eines Ägyptenaufenthaltes. Nirgendwo sonst in Ägypten finden sich so viele imposante Denkmäler wie hier. Unbedingt erleben sollte man die Ton- und Lichtshow im Karnaktempel.
Einst befand sich hier die altägyptische Stadt Waset, von den Griechen Theben genannt. Lange Zeit war sie die Hauptstadt und religiöses Zentrum Ägyptens.
Von der Stadt, die größtenteils aus Lehmziegeln errichtet war, hat sich nichts erhalten. Die aus Stein errichteten Tempelanlagen haben jedoch die Zeit überdauert. Und auch die Nekropole der Stadt und das Tal der Könige auf der anderen Seite des Nils, heute Theben-West genannt, sind stumme Zeugen der einstigen Großstadt.
Der Luxor-Tempel
Der Luxor-Tempel war dem Gott Amun geweiht. Eine 3 km lange Sphingenallee verband ihn mit dem Karnaktempel. Einmal im Jahr während des Opet-Festes besuchte die Statue des Amun von Karnak über diesen Prozessionsweg den Luxor-Tempel. Gut erhaltene Reste der widderköpfigen Sphingen (der Widder war Amuns heiliges Tier) sind noch heute zu sehen.
Erbaut wurde der Tempel zum größten Teil von Amenophis III. und Ramses II. Veränderungen fanden jedoch bis in die griechisch-römische Zeit hinein statt. Später wurde der Tempel als christliche Kirche benutzt. Heute befindet sich eine kleine Moschee in den Ruinen des Tempelhofes.
Umgeben war der Tempel, wie fast alle klassischen ägyptischen Tempelbauten von einer hohen Mauer. Betreten konnte man ihn durch die Pylone, abeschrägte Mauern, mit einem Tor in der Mitte. Der Eingang zum Tempel wird von zwei riesigen Sitzstatuen Ramses des Großen und einem Obelisken flankiert. Der dazugehörige zweite Obelisk befindet sich heute in Paris auf dem Place de la Concorde.
Während der pharaonischen Zeit war der Luxor-Tempel derart mit Statuen überfüllt, daß öfters "aufgeräumt" werden mußte. Die überzähligen Bildnisse wurden in den Tempelhöfen vergraben. Mehrere dieser Gruben, als "Cachettes" bezeichnet, wurden bis heute im Luxor- und im Karnak-Tempel entdeckt. Die schönsten Funde kann man im Luxormuseum besichtigen.
Der Karnak-Tempel
Die Tempelstadt von Karnak ist vielleicht der größte religiöse Komplex der Welt. Hier wurden die Götter Amun, Mut und Chons, die thebanische Triade, verehrt. Über 2000 Jahre lang wurde an diesen Tempelkomplex gebaut, wieder abgerissen und neu gebaut. Wohl kein Besucher kann sich der Erhabenheit und Schönheit dieser Tempelanlage entziehen. Die größten ägyptischen Pharaonen haben hier ihre Spuren hinterlassen, und selbst weniger bekannte Herrscher haben ihren Beitrag geleistet
Schon beim Betreten des Tempels durch den ersten Pylon fällt der Blick auf eine einzeln stehende Säule mit einer Höhe von 21 Metern. Einst standen hier 10 dieser gigantischen Stützen, errichtet vom Pharao Taharqa. Doch noch gewaltiger ist die große Säulenhalle, errichtet von Sethos I. und Ramses dem Großen. 134 Säulen bilden eines der großartigsten Bauwerke der Menschheitsgeschichte.
Und weiter reiht sich Pylon an Pylon, zehn waren es insgesamt. Dazwischen Obelisken, Heiligtümer und Statuen, der heilige See und von Reliefs bedeckte Mauern. Bemerkenswert ist jedoch, daß alle diese Bauten den Göttern und den Priestern vorbehalten waren. Das Volk hatte keinen Zutritt zur Tempelanlage und bekam das Götterbild nur während der jährlichen Prozessionen zu sehen.