Tut mir leid - es ist eine illegale und höchst gefährliche Aktion, und wer sie durchführt, ist sich über die eventuellen Folgen auch im Klaren.
Das einzig traurige daran ist, daß die Europäische Union offenbar aus Rücksichtnahme auf den Arbeitsmarkt in Ländern wie Spanien und Italien nicht energisch gegen diese Art Menschenhandel vorgeht (denn die Flüchtlinge zahlen ja für die Überfahrt erhebliche Summen an die Schlepper). Das würde zum einen die Menge an Toten reduzieren, zum anderen die Schlepperbrache austrocknen und zum dritten erhebliche Kosten einsparen, die für Unterbringung, Erfassung und gegebenfalls Rücksendung aufgebracht werden.
Doch nein - die Europäische Union läßt diese Menschen in dem Glauben, daß sie, falls sie es nur bis Spanien oder Italien schaffen, sie dann auch dort bleiben können (und nach Schätzungen beruhen erhebliche Teile der spanischen und italienischen Volkswirtschaft auf diesen illegalen und auch legalen Arbeitsmigranten.
Warum dann nicht gleich feste Quoten bestimmen, nach denen Personen aufgenommen werden?
Niemand kann allen Ernstes behaupten, daß es keine Mittel gäbe, auf dem vergleichsweise übersichtlichen Mittelmeer Schiffchen ausfindig zu machen - aber die Mittel dazu werden wohl lieber eingesetzt, um Kämpfer und Hochzeitsgruppen in Afghanistan zu finden und darauf zu zielen, oder um die nordafrikanischen Potentaten mit Krediten zu versorgen (wozu? Die Menschen verlassen das Land doch trotzdem, wie man sieht).
Tatsache ist es, daß die Flüchtlingsproblematik Resultat einer so beabsichtigten Politik ist - und die Schuldigen im Zweifelsfall in den Regierungen, hier wie dort, sitzen.
Übrigens sitzen in den Booten vorzugsweise Personen aus Schwarzafrika - denn verglichen mit den dortigen Ländern geht es Tunesien, Libyen und Marokko noch gut. Und es sind nicht Ingenieure, Rechstanwaälte und Doktoren, die da aufbrechen, sondern durchweg unqualifizierte Tagelöhner.