Wenn ich hier von “Moral & Anpassung” spreche, dann meine ich nicht die kleinen alltäglichen Dinge wie knutschend durch die Straßen zu laufen, sondern die verlogene Doppelmoral, wie sie nirgends ausgeprägter zu finden ist als in islamischen Ländern.
Schon vor über 20 Jahren wollte mir mein damaliger türkischer Schwiegervater erklären, wie ich mich denn zu benehmen hätte, wenn ich das erste Mal nach Ankara käme. Keine kurzen Röcke, tiefe Ausschnitte usw., obwohl zu Hause genug Fotos rumlagen, die seine Töchter in superkurzen Minis mitten in Ankara zeigten.
Aber “offziell” wußte er das natürlich nicht...
Er selbst war bereits sein halbes Leben lang in Deutschland, während seine Frau in der Türkei zig Kinder großziehen durfte. Hier genoß er allerdings das Leben in vollen Zügen, legte sich eine Freundin nach der anderen zu usw.
Er nahm sich allerdings nur ältere, die würden nicht mehr so große Ansprüche stellen und würden ihm besser den Haushalt führen...
Und von ihm sollte ich mir dann sagen lassen, wie ich mich zu benehmen hätte, weil man schließlich hören müsse, “was der Vater sagt” !?!
Trotz meiner damals 17 Jahre antwortete ich ihm, daß bei uns zu Hause normalerweise mein Vater das macht, was ich sage, und von da an habe ich für den Rest meiner Ehe keinen Piep mehr von ihm gehört...
Allerdings hätte ich schon nach seinem ersten Auftritt bei meinen Eltern wissen müssen, mit wem - oder besser gesagt was - ich es da zu tun hatte:
“Geld habe ich keines, Sie müssen also alles bezahlen, dafür verzichte ich darauf, daß ihre Tochter Moslem wird, nur die Namen der selbstverständlich moslemischen Enkel suche ich aus!”
Mein Fast-Ehemann mußte dazu auch noch wie ein Schwachkopf nicken, aber “das war ja nur eine Formsache, denn Vätern darf man nicht öffentlich widersprechen”.
Übrigens durfte ich sofort bei ihm übernachten, die plötzlich aufgetauchte Schwiegermutter hat sogar noch unsere Betten frisch überzogen; nur als der Sohnemann dann von Hochzeit sprach, da liefen die Eltern Sturm.
Seine, nicht meine, mein Vater hat wirklich nur alles bezahlt!
Wenn ich eines im Leben gelernt habe (und das recht bitter), dann ist es, daß Worte wie Ehre & Respekt in Ländern wie der Türkei, Tunesien und wahrscheinlich auch der restlichen islamischen Welt nur hohle Phrasen sind, die es einfach nicht verdient haben, von uns gewürdigt zu werden, sofern es um die Beachtung doppelmoraliger Sitten & Gebräuche geht!
Meiner Meinung nach neigen wir viel zu sehr dazu, es allen recht zu machen, ein gutes Ansehen zu genießen und nur ja keinem auf die (islamischen) Füße zu treten, aber man wird es uns nicht danken, sondern nur für selbstverständlich halten!
Ihr könnt mich ja gerne steinigen für meine deutlichen Worte, aber wenn man über 20 Jahre nichts anderes erlebt hat, erwirbt man sich wohl auch ein Recht, so deutlich zu sein!
Gruß Marion