...diese sichtweisen sind jedoch nur zu betrachten, wenn eine muslima gläubig ist und den islam praktiziert. wenn man an die vollkommenheit des islams glaubt und von ihm überzeugt ist, würde man wahrscheinlich nicht wirklich darüber nachdenken eine ehe mit einem nichtmuslim einzugehen, weil laut islam es schließlich verboten ist (geschweige den eine beziehung, welche so oder so als sünde angesehen wird).
aber wenn eine frau nur muslima auf dem papier ist oder ab und zu mal fastet oder betet, und ihre einstellung zu dem ihres nichtmuslimischen partners passt, sie ihre kinder westlich tolerant und offen erziehen will, dann wird es wahrscheinlich keine probleme geben...


Sehr gutes Fazit!

Ich denke, daß der Anteil der "praktizierenden, gläubigen" Muslime gering ist, doch daß gerade dieser Anteil verständlicherweise eine laute Stimme besitzt. Die anderen machen ja offenbar etwas "falsch" und wollen dies natürlich öffentlich nicht breitreten - oder sie haben sich bewußt vom Islam so weit entfernt, daß sie eine Diskussion einfach nicht interessiert.

Im Einzelfall habe ich allerdings eine andere Meinung zu den von Dir dargestellten Dingen.
So ist es zum Beispiel den meisten Männern piepegal, welche Religion ihre Frau hat und es würde ihnen nicht im Traum einfallen, sie zur "eigenen" Religion zu bekehren, weil sie die noch nicht mal selbst interessiert. Die von Dir gebrachte (und in islamistischen Kreisen verbreitete) Sichtweise geht von der Wichtigkeit einer Religion aus, wie sie heutzutage in den westlichen Ländern einfach nicht mehr gegeben ist.
Ein anderes Beispiel ist die Religion der Kinder. Nur, weil im Islam die Männer die Religion vorgeben, soll andere Männer ebenso denken? Auch hier ist den meisten wohl völlig egal, welche Religion ihr Kind hat, wenn sie es nicht sogar vorziehen, die Kinder über ihre Religion später selbst entscheiden zu lassen, was in einer mündigen Gesellschaft und bei Respekt den Kindern gegenüber (wenn die Eltern denen eine Religion vorgeben, zwingen sie die Kinder, während der Minderjährigkeit diese auch zu erlernen, bzw. sich in ihre Regeln zu fügen - bedenklich, wo es doch angeblich weder Zwang noch Diskriminierung in der Religion geben soll) ja auch der einzig richtige Schritt ist.

Und ob die Frau vor Sonnenaufgang aufsteht, um zu essen, ist meist keine Frage der Religion, sondern eine Frage der Arbeitszeit - die meisten Menschen stehen früh auf oder kommen spät heim, allein weil es ihr Arbeitsrhythmus so vorgibt, und das nicht einen Monat lang, sondern jahrelang ... und dies führt in den seltensten Fällen zu Ehekrisen <g>. Zudem: Daß Mann und Frau mittags gemeinsam essen, ist wohl der fromme Wunsch eines Beduinen vor 1500 Jahren, in der Realität heute essen oder fasten beide getrennt, jede/r auf seinem Arbeitsplatz.
Und ob ein essender Mensch die Fastenatmosphäre zerstören kann - zum eine essen im Ramadan zu jedem Zeitpunkt fast ein Drittel aller Frauen (während ihrer Tage) und die meisten Kinder (und die sind bekanntlich recht zahlreich), grob geschätzt also die Hälfte der Bevölkerung und zum andere frage ich mich, inwieweit lethargisch kraftlos vor dem Fernseher herumhängende Personen eine Feiertagsstimmung nicht noch viel weniger aufkommen lassen...