MÜNSTER ZEIGT'S DRESDEN
Wie Bürgerengagement vorbildlich funktionieren kann
Von Holger Kulick
In Münster haben jetzt Einwohner vorgemacht, wie man einen Neonaziaufmarsch auskontern kann. Dresdener - schaut auf diese Stadt!
In Dresden paradierten am 11. Februar 4000 Neonazis durch die Innenstadt. Weil bis zu 1000 Bürger Zivilcourage zeigten, mussten sie allerdings auf ihre vorgesehen Route durch die Innenstadt verzichten, weil eine wichtige Brücke per Sitzblockade vereinnahmt worden war. Beteiligt waren Autonome, ein paar sächsische Landtagsabgeodnete, sogar der zu Besuch weilende Bürgermeister von Wunsiedel und couragierte Initiativen wie die Aktion Zivilcourage aus Pirna. Dennoch wurden sie am Ende nicht recht froh: viel zu wenig Dresdener Bürger hatten Mut bewiesen, sich den braunen Geschichtsverdrehern und Demokratiefeinden entgegenzustellen. Irgendwie kannten sich die verbliebenen beteiligten Gegendemonstranten schon. Überdies waren nur 5000 Besucher zu einer Meile der Demokratie gekommen, 480.000 Einwohner zählt jedoch Dresden.
Anders genau eine Woche später, sehr weit westwärts im westfälischen Münster. In der nur halb so großen Stadt hatten ebenfalls Neonazis eine Kundgebung angemeldet, ihre 120 Mitläuferkamen aber aus dem Staunen nicht mehr heraus und mussten ihre Aktion am Ende angesichts des massiven Bürgerprotests nach 200 m Wegstrecke abbrechen. Wo immer die Neonazis auftauchten, trat ihnen couragiertes Bürgerengagement entgegen, in einem Ausmaß, wie sich das Dresden nur wünschen kann. Sehr genußvoll schildert den Tag die Polizeipressestelle Münster, ein Bericht, den wir ausnahmsweise sehr zum Lesen empfehlen, hier: >klick
Dazu eine Reportage aus den Westfälischen Nachrichten: >klick
Zu einer Foto-Reportage aus Dresden >klick
Zur Aktion Zivilcourage: >klick
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www.mut-gegen-rechte-gewalt.de - 19.2.2006