Guten Morgen
Ich habe jetzt gerade "Die Reise ins Glück" fertig gelesen.
Mein Ex-Mann ist zwar aus Pakistan und wir haben uns hier in der Schweiz kennengelernt. Dennoch kam mir so vieles bekannt vor. Und ich denke, es würde mehr von solchen "Landsleuten" brauchen, die ihren Kollegen und Freunden diese ehrlichen Ratschläge erteilen, wie sie denn besser Fuss fassen könnten in einem europäischen Land. Meist ist aber das Gegenteil der Fall und alle Schwierigkeiten werden auf die "andere" Kultur geschoben, einfach aus der gegenteiligen Sicht. (Meine Freundinnen taten ja dasselbe aus schweizerischer Sicht.)
Die Angst vor dem Verlust der eigenen Kultur und dem Familienanschluss ist anscheinend oft stärker. Dass aber nur ein Weg mit einer besseren (gegenseitigen) kulturellen Vermischung zu einer lange währenden Beziehung führen kann, davon bin ich überzeugt. Und schlussendlich ist ja auch so: Nur wer diese Ratschläge auch hören will, ist offen dafür.
Ich fand vor allem den Anfang sehr spannend zu lesen über die Lebensumstände der beiden Hauptpersonen.
Bei dem gemeinsamen Leben in Deutschland hätte ich mir manchmal etwas mehr Tiefe betreffend der Auseinandersetzungen und Konflikte gewünscht. Auch hat ja die deutsche Frau einen Anteil an dem Konflikt, nämlich indem sie ihn zu sehr schont und ihm alles abnimmt.
Der Grundgedanke, dass ein Einwanderer eben auch etwas von sich hergeben sollte und wie das geschehen könnte, wenn er dauerhaft in Europa Fuss fassen will, kommt aber sehr gut zum Tragen.
Ich fände es gut und wichtig, dass die Bücher von Amor Ben Hamida auch auf Arabisch oder zumindest auf Französisch übersetzt würden... Denn es ist ja genauso wichtig, dass Tunesier seine Bücher lesen können... Oder gibt es die Übersetzungen schon????
Denn anscheinend ist "Amor Ben Hamida" in Tunesien ein Begriff, wie ich gehört habe.