Hallo Zusammen,

wenn wir alten Tunesienhasen mal Tacheles reden, dann kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen, daß die Futterpreise seit ca. 3-4 Jahren stetig gestiegen sind. Wir haben nicht umsonst erst von Milchkühen auf Fleischkühe umgestellt um wenigstens ohne Verlust aus der Sache herauszukommen. Letztendlich haben wir dann alle Kühe geschlachtet und verkaufen den Stall.
Wenn wir nur dieses Einkommen gehabt hätten, dann wären wir wahrscheinlich schon längst verhungert. Mein Mann ist noch nebenher arbeiten gegangen und ich war auch Vollzeit beschäftigt.
Das kann man natürlich nicht von den armen Beduinen im Süden erwarten, deren Lebensgrundlage nur die Tiere sind.
Ich denke, daß der Staat einiges verpasst hat um gegen eine solche Entwicklung anzukämpfen.
Tunesien ist ein besonderer Fall wo nicht nur die Preissteigerung eine großes Problem ist, sondern auch die hohen Arbeitslosenzahlen unter der jüngeren Bevölkerung. Da auch die Abwanderung nach Europa sehr schwer geworden ist, bleibt das Problem natürlich im Land.
Durch die Preissteigerung ist es so den Familien auch nicht mehr möglich alle mitzuernähren.
Die Touristen interessiert es zum größten Teil leider nicht was außerhalb der Hotelanlagen vor sich geht. Sie wollen Sonne und Strand und Erholung. Alles andere sind lästige Faktoren, die gerne ausgeblendet werden.

Was die Geduld der Tunesier anbelangt, so weiß ich nicht wie lange sie noch welche haben. Ich denke daß es unter der Oberfläche schon seit Jahren brodelt, aber die Leute immer noch viel Angst haben es offen zu zeigen.
Schließlich verbaut man sich nicht allein durch offenen Protest die Zukunft !!!


sandfloh