Der Mensch sollte angeblich aus seinen eigenen Fehlern lernen. Angeblich deswegen, weil diese Theorie relativ großzügig ausgelegt ist. Großzügig deswegen weil die Lernfähigkeit gewissen Gesetzen unterworfen ist, denn die Aussage gibt ein entscheidendes Kriterium nicht Preis, nämlich die Fehlerhäufigkeit.
Auf dem ersten Schlag denkt man ein Otto-normal Pechvogel bräuchte nur ein Missgeschick um das nächste mal zumindest ein Bogen um den selben Fall zu machen. Des Weiteren ist der Begriff Fehler breit gefäschert und von Mensch zu Mensch frei interpretierbar.
Der Holocaust macht in diesem Zusammenhang leider auch keine Ausnahme. Waren bis Dato die Gefühle hoch angesiedelt, scheint das ganze mittlerweile nachgelassen zu haben. Die Zeit heilt gewissermaßen aller Wunden und das Entsetzen hat ein Sättigungsbereich erreicht, was Tür und Tor für eine neue Runde öffnet.
Die Hemmschwelle wird nach unten korrigiert und wieder einmal sind es die Anderesdenkenden und die Anderesaussehenden Zielscheibe des Medienterrorismus und der Pressewillkür. Neues Spiel neues Glück: hieß es füher: Oh may wir habens net gewusst, heute wird mit der Schallplatte der Meinungsfreiheit bzw. -feigheit gegengelenkt.
Was man nun gelernt hat, ist lediglich das physikalische möglichst zu vermeiden um nicht die Emotionen zu erwecken und das Entzetzen hervorzurufen und durch feinere, mentale Pendants zu ersetzen, die nicht auf Anhieb sofort erkennbar sind und ihr Schaden wie ein Krebsgeschwürr heimtükkisch verbreiten. Der Ausmaß der Empörung hält sich somit in Grenzen.
Prompt wurden Konzentrationslager, Gaskammer, Ausschwitz und Co. teilweise auf einem abstrakten Niveau gebracht und in Zeitungsartikel, Berichterstattungen und Medieninvasion verlagert. Teilweise deswegen, weil Palästina, Sabra und Chatila, Abu-GhribS, Afghanistan und nicht Zuletzt die Antwort auf die Freiheitsstatue von NY nämlich Guantanamo-Bay lassen grüßen. Tendenz steigend, siehe die Beschützer Ihrer Majestät in Basra. Das könnte man glatt in Wall-Street mit aufnehmen, die effektive Dividende ist viel versprechend.
Ein Feindbild ist das Rohöl für die Kapitalismusmaschinerie. Kaum waren wir froh über den Zusammenbruch von einem menschenfeindlichen Kommunismus, meldet sich die Gegenseite als autoproklamierter Sieger und zögert keinesfalls ihren materiellen Assimilations- oder vielmehr Globalisierungsfeldzug gegen unseren bescheidenen Portmonnaies fortzusetzen. Das Kalkül ging leider nicht auf, denn die Gleichung war nicht ausgeglichen, eine bekannte Unbekannte fehlte.
Das ist allerdings nur eine Kurze Darstellung, eine Schriftliche Karikatur quasi, die leider keinen Anlass zur Freude macht, denn der Medienterrorismus geht weiter und ist keineswegs aufhaltsam. Die Rationalität der öffentlichen Meinung ist emotionalen Streicheleinheiten bzgl. des bevorstehenden Feldzuges schutzlos ausgesetzt. Man muss schließlich die Lücke zwischen Irak und Afghanistan irgendwie füllen müssen, sollen, dürfen, können. Erst dann wird das Puzzle komplett.
Ein großes Fragezeichen ist das Timing: wirds wohl vor der Weltmeisterschaft, was ich sehr bezweifle oder eher danach, zumal die beiden Kontrahenden vertreten sind. Das könnte zum größten Fiasko aller Zeiten werden. Abwarten und Kaffee schlürfen. Bis dahin werden wir brav auf die bösen Iraner getrimmt, die die Atomtechnologie anstreben und die guten Engel, die die Atombombe bereits bezitzen und uns freundlicher Weise eine Kostprobe in Hiroschima und nagaziaki beschehrten haben.
Die Selbsternannten Umweltschützer, ich meine Weltschützer, Umwelt schert denen nen Dreck, wollen nur das Monopol um uns vor uns selbst zu schützen. Aber ich bitte euch kann man da noch widerstehen und nein Sagen. Oder wie der Franzose in der Käse-Werbung zu sagen pflegt: können diese Augen lügen.