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Zwangsheirat
#241735
13/03/2008 22:08
13/03/2008 22:08
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Joined: Dec 2006
Beiträge: 1,557 Schweiz
Kayla
OP
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Schweiz
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Abdil E.* (48) lebt seit fast zwei Jahren in seiner türkischen Heimat. Unfreiwillig. Jetzt darf der Moschee-Vize zürück in die Schweiz. Willkommen heissen ihn die Bundesrichter.
Die St. Galler Justizdirektorin Karin Keller-Sutter (44) drückt sich diplomatisch aus: «Den Entscheid gilt es ohne Wenn und Aber zu akzeptieren.» Als Politikerin reagiert die FDP-Frau anders: «Ich bin irritiert, wie wenig Integration das Bundesgericht verlangt. Die Richter sind praxisfern.»
Die Bundesrichter in Lausanne sind der Auffassung, das St. Galler Ausländeramt hätte den Moschee-Vize nicht des Landes verweisen dürfen. Obwohl er seine Tochter zwangsverheiratete. Und sie mit dem «Ehrenmord» bedrohte.
Der 48-jährige Türke lebt zwar seit 1980 in der Schweiz. Schweizer Sitten akzeptiert er aber nicht. Auch Deutsch lernt er nicht – er braucht einen Dolmetscher.
1995 fängt Abdil E. plötzlich an, seine Familie streng religiös zu führen. Er gibt seinen Töchtern Âislamische Namen und schickt sie in den Koran-Unterricht.
Weil er die Mädchen nicht ins obligatorische Schullager gehen lässt, wird der Vater gebüsst.
Dann zwingt Abdil E. seine Âälteste Tochter, in der Türkei einen Landsmann zu heiraten. Ein paar Monate später, zurück in der Schweiz, flüchtet die heute 22-Jährige im Mai 2006 in Todesangst auf einen Polizeiposten in St. Gallen.
Ihr Vater und ihr Ehemann wollten sie töten. Die junge Türkin zeigt ihre Eltern und ihren Ehemann schliesslich wegen Drohung und Nötigung an.
Beide werden vom Ausländeramt St. Gallen umgehend ausgeschafft. Abdil E. wird zehn Jahre des Landes verwiesen. Das St.Galler Verwaltungsgericht segnete die Ausschaffung im Herbst 2007 ab.
Das Bundesgericht hat diesen Entscheid jetzt umgestossen. Die Begründung: Es sei keine Zwangsheirat gewesen. Die junge Frau und ihr späterer Ehemann hätten sich schon vor der Heirat gekannt.
Abdil E. bekommt seine Niederlassungsbewilligung wieder und darf in die Schweiz zurück. Zu Âseiner Frau, die hier von einer IV-Rente lebt. Abdil E. selber hat seit Jahren keine Arbeit mehr.
Eine «integrationsunwillige» Gesinnung sei kein ausreichender Ausweisungsgrund, begünden die Bundesrichter. Die Tochter habe ihre Aussagen wegen der Zwangsheirat relativiert.
Natalie Trummer von «Terre des Femmes» ist befremdet. Sie fordert, dass die Zwangsheirat in der Schweiz als eigene Rechtsnorm verboten wird. «Der Druck der Familie auf die Mädchen ist sehr subtil. Plötzlich sind sie in etwas drin und wissen nicht, wie sie wieder aus der Situation rauskommen.»
Für Trummer ist klar: «Der Bundesgerichtsentscheid verstärkt die Rechtsunsicherheit.» Zwangsheiraten würden verharmlost.
Die Tochter will keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. Bald ist er aber wieder zurück in der Schweiz. Was ist dann? Sie hat Angst.
UNGLAUBLICH
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Re: Zwangsheirat
[Re: Hayati]
#241821
14/03/2008 15:39
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Joined: Jun 2004
Beiträge: 2,464 Suisse
Assia
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Mitglied
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Beiträge: 2,464
Suisse
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Re: Zwangsheirat
[Re: Anwar08]
#241943
15/03/2008 19:29
15/03/2008 19:29
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Joined: Jan 2007
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LOE090312
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nee monika, ich bin auch eine, die sogar sehr laut über sozialleistungsmissbrauch schreit, du wirst mich aber nie schreien hören, wenn es darum geht, mütter verdienen ihr geld selber. im gegenteil, ich tu`s. ich tu es nicht immer gerne, aber ich tu es. und das schon viele jahre. um meinen nachwuchs kümmere ich mich nach arbeit und schule....und das sehr intensiv ich glaub, das geht einigen müttern hier ebenso... aber wie du schon schreibst, es gehört nicht zum thema einen schönern abend und einen schönen sonntag, ob mit oder ohne kinder 
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