Original geschrieben von: Frogger
...denn laut Qur'anischer Auffassung sind die meisten der Vorherigen irre gegangen, nachdem die Wahrheit zu ihnen kam. Warum soll er also zu spät gekommen sein?...

Und dasselbe wird die nächste Religion behaupten (es gibt und gab schon mehrere, die das tun oder getan haben). Das einzige Problem heutzutage ist, daß Funk und Fernsehen sofort zur Stelle sind und mit den modernsten Kommunikationsmitteln alle Umstände recherchiert und berichtet werden. Würde HEUTE ein Jesus oder ein Mohammed dasselbe tun, wie früher, würde es nicht nur kleine, sondern eben gar keine Wellen mehr schlagen - deshalb wird es keine neue "Welt"religion mehr geben und die bestehenden, die ja alle auf VERGANGENEN Dingen beruhen, und die sozusagen seit hunderten von Jahren kein "Update" mehr erfahren haben, im Prinzip also "tote" Organismen sind, können es sich in ihren Biotopen gemütlich einrichten, weil nur sie, aufgrund ihres Alters, die Möglichkeit haben, allein mit dem Glauben zu argumentieren.


Hallo Frogger,
Der arabische Begriff ad-din ist ein arabisches Wort, das in der Philologie gleichbedeutend mit den Begriffen Gehorsam und Belohnung ist. Fachwörtlich ist Religion der Glaube an den Schöpfer von Mensch und Universum und an die Lehren und praktischen Bestimmungen, die an diesen Glauben gebunden sind. Das Wort religiös aber wird auf die angewendet, die an den Schöpfer des Universums glauben, selbst dann, wenn sich ihre Überzeugungen und ihre religiösen Praktiken und Rituale mit Irrungen, Entstellungen und Märchen vermischt haben. Auf dieser Grundlage teilen wir die Religionen, in wahre und falsche Religionen. Die wahre Religion birgt dabei in ihrem Grundsatz die richtigen Überzeugungen, die mit der Wirklichkeit im Einklang stehen. Ihre Bestimmungen bestitzen derweil ein ausreichendes Potential, ihre Richtigkeit und ihre Relevanz zu bestätigen.
Die beigesellenden Religionen jedoch entstanden als das Ergebnis der Entstellungen, Irrungen und Ausübungen individueller sowie kollektiver Launen und Begierden.
Die monotheistischen Religionen, die ursprünglichen himmlischen Religionen, zeigen drei universelle Gemeinsamkeiten auf. Den Glauben an den einen Gott, den Glauben an ein ewiges Leben, Vergeltung der Taten, die er in diesem Leben vollbracht hat, und den Glauben an die Erweckung der Propheten und Gesandten, die Gott zur Rechtleitung der Menschen zu ihrer endgültigen Vollkommenheit und Glückseligkeit im Diesseits und Jenseits erweckt hat.
Diese drei Wurzeln verkörpern die endgültigen Antworten auf die entscheidenden Fragen, die sich dem bewusst lebenden Menschen stellen.
Wer ist der Schöpfer des Seins? Wohin führt das Leben? Welcher Weg führt zum besseren Erkennen der rechten Lebensweise?
Die grundlegenden Überzeugungen haben zwingende Gründe und Folgen. Sie alle bilden gemeinsam das anschauliche Systen der Religion. Allein der Dissens in diesen Überzeugungen, ist der Grund für die Entstehung der verschiedenen Religionen, Konfessionen und Wege. Der Hauptgrund, der zur Spaltung von Judentum, Christentum und dem Islam geführt hat, der Dissens hinsichtlich eines Propheten und einer heiligen Schrift gewesen ist. Aus dieser Dissens entstanden weitere Unstimmigkeiten in ideologischen und praktischen Fragen. Einige Überzeugungen stehen deshalb nicht mit den ursprünglichen Lehren im Einklang.
Zur Selbstverständlichkeit der Weltreligion gehört es keine Begrenzung von Raum und Zeit zu kennen. Es ist eine weltumspannende Botschaft die sich nicht auf eine spezielle Zeitspanne oder einem bestimmten Ort der Erde beschränkt. Zu dem gibt es originale Brife, die der Prophet Muhammad den damaligen Herrschern der umliegenden Ländern geschickt hatte wie z.B. dem römischen Kaiser, dem König von Persien....

Die selbständige Rechtsfindung ist ein Begriff aus dem islamischen Recht [scharia] und umfasst das Verfahren zur Rechtsfindung in einer beliebigen Fragestellung. Zur Anwendung der selbstständigen Rechtsfindung muss die notwenige Befähigung zum Rechtsgelehrten [mudschtahid] vorhanden sein. Ein Muslim muss entweder selbst diese Befähigung besitzen oder er löst die Fragestellung durch Nachahmung [taqlid] eines Vorbildes der Nachahmung seines Vertrauens.

Bei den Kriterien der Quellen der Erkenntnis gibt es geringfügige Unterschiede zwischen den Rechtsschulen.

Zudem galt unter Sunniten Jahrhunderte lang die Aussage, dass die "Tore der selbständigen Rechtsfindung" geschlossen seien. Wobei unklar ist, wann genau jene "Schließung" erfolgte, was zu einer Stagnation in der gesamten Entwicklung führte. Manche führen es auf Abu Hamid Ghazzali oder zumindest seine Zeit zurück. Aktuell werden allerdings auch bei Sunniten seit ca. Anfang des 19.Jh. selbständige Rechtsfindungen durchgeführt.

Bei Schiiten gab es jene historische Last nicht in diesem Maß, da das jeweils aktuelle Vorbildes der Nachahmung am Leben sein musste.


Ein edler Mensch zieht edle Menschen an und weiß sie festzuhalten.