...Wenn dann eine Frau am Existenzminimum lebt( ich geb dir recht es gibt einige) dann soetwas tut und in dem moment nur an sich und ihre bessere Zukunft denkt u ein kind "abschiebt" ist meiner Meinung nach nicht sonderlich gut..Zumal es ja dann nicht um eine lebensbedrohliche Situation geht sondern nur darum seine Existenz zu verbessern...

Du hast den Tenor meiner Rede nicht verstanden: In Tunesien hat ein Kind einen anderen Stellenwert als in Deutschland (hatte es in Deutschland auch einmal, als es noch mehr davon gab...). Dies drückt sich in vielerlei Dingen aus, man muß nur den Mut haben, es auch einmal auszusprechen - und wohlgemerkt, ich habe hier keine persönliche Wertung vorgenommen, sondern nur den Sachverhalt geschildert.

...wo die Frau die Kinder zugesprochen bekommen hat plus Unterhaltszahlungen...

Das ist der Normalfall, und dennoch kenne ich nicht eine, die damit "gut" leben könnte, jede Scheidung ist ein sozialer Abstieg, und zwar ein viel größerer, als in Deutschland.

In Tunesien ist zudem die Neigung, eine Frau MIT Kindern zu heiraten, sehr viel geringer als in Deutschland - die Frau hat also, wenn sie jung ist, im Prinzip die Wahl, ihre Kinder bis zur Volljährigkeit hintenanzustellen oder sich selbst für den Rest ihres Lebens, und, glaube es mir, da läßt sich eine Entscheidung nicht so einfach und "selbstverständlich" treffen, wie wir es idealisiert annehmen.

...lebe und erlebe in einer anderen Schicht dort...

Dies sollte nicht den Blick dafür verstellen, wie es anderen geht (aber dasselbe passiert ja in Deutschland auch). Wenn man auch nicht selbst "unter seinem Niveau" leben will, so sollte man dieses Leben dennoch wahrnehmen können und wollen.