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Wieder Toter in Berliner Abschiebehaft
antifa aus berlin südost 02.01.2008 21:01 Themen: Antifa Antirassismus Repression
Wieder ein Toter in Berliner Abschiebehaft. 28-Jähriger starb am Neujahrsmorgen an den Folgen seines Suizidversuchs. Am kommenden Samstag findet deswegen eine Protestdemonstration vor der Berliner Abschiebehaftanstalt in Köpenick statt.
Wie die Berliner Polizei am vergangenen Dienstag berichtete, starb ein Abschiebehäftling am Neujahrsmorgen in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen seines Suizidversuchs. Der 28-jährige Mann aus Tunesien hatte sich am letzten Freitag im Abschiebeknast Berlin-Köpenick versucht zu erhängen. Das Wachpersonal entdeckte den Insassen wenig später und konnte ihn zunächst wiederbeleben. Er wurde dann in ein Krankenhaus gebracht, in dem er am Dienstag morgen seinen Verletzungen erlag. Er war erst am Freitag in die Haftanstalt aufgenommen worden. Dieser Vorfall ist nur der jüngste seiner Art.


In Abschiebehaft sitzen keineswegs Kriminelle, das einzigste Vergehen der Inhaftierten besteht lediglich darin, keine Aufenthaltserlaubnis zu besitzen. Aus diesem Grund werden die Betroffenen ins Gefängnis gesteckt und sind mit dem Warten auf ihre Abschiebung, in eine ungewisse, vielleicht lebensgefährliche Zukunft, konfrontiert. Der Freiheitsentzug, die Rechtlosigkeit, die Behandlung durch die Beamten, die Ungewissheit, das erzwungene Haftleben führen bei vielen zu einer extremen Anspannung mit gravierenden Folgen: Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Alpträume, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche, Apathie, Stressgefühle, Angstzustände, Hilflosigkeit und Verzweiflung. Depressive Stimmungen, Suizidgedanken und Selbstmordversuche sind in der Berliner Abschiebehaft an der Tagesordnung. Zusätzlich treten jährlich etwa 400 Menschen aus Protest gegen ihre Inhaftierung in unterschiedlich lange Hungerstreiks. Dazu erscheint eine regelmäßige Dokumentation unter dem Titel Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen ( Dokumentation von 1993 - 2006 14. aktualisierte Auflage)

Diese Aktionen zeigen wie hilflos und verzweifelt die Betroffenen in dieser Situation sind und wie wenig Möglichkeiten ihnen bleiben, um gegen ihre Inhaftierung zu protestieren. Zudem macht es deutlich wie menschenverachtend das Abschiebesystem der Bundesrepublik Deutschland funktioniert, das Inhaftierte mit Angst und Verzweiflung sogar bis in den Tod treibt.
"Wir fordern ein Ende dieser unhaltbaren Situation. Wir sind gegen eine Logik, nach der Menschen ihr Bleiberecht nach Nützlichkeit zugesprochen bekommen und ansonsten brutal abgeschoben werden. Wir fordern stattdessen Bewegungsfreiheit und Selbstbestimmung für alle Menschen, an jedem Ort. Wir fordern ein Ende des Abschiebehaftsystems." Sagte Tina Böhm, eine Sprecherin des Antifaschistischen Bündnis Süd-Ost.

Aus diesem Grund ruft die Gruppe zu einer Demonstration am kommenden Samstag um 14.00 Uhr am S-Bahnhof Köpenick in Berlin auf. Der Demonstrationszug soll zum Abschiebeknast Köpenick gehen, um den Inhaftierten Solidarität zu zeigen und soll sich öffentlich gegen den staatlichen Rassismus richten. Die Aktion steht im Kontext der bundesweiten Kampagne De*Fence deren vorläufiger Höhepunkt eine bundesweite Demonstration gegen den institutionellen und alltäglichen Rassismus im Juli 2008 in Berlin sei soll. Bereits im letzten Jahr fand eine gelungene Auftaktdemo in Berlin statt.

NULLSPAM.abso@no-log.org http://www.abso-berlin.tk/

http://de.indymedia.org/2008/01/204081.shtml

noch ein kleiner Bericht dazu:
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Ausländer
Abschiebehäftling in Berlin gestorben
Ein tunesischer Abschiebehäftling ist am Dienstagmorgen in Berlin an den Folgen eines Selbstmordversuches gestorben.

Nach Angaben der Polizei war der 28-Jährige am Sonntagnachmittag mit einer Schlinge um den Hals an einem Fenster hängend entdeckt worden. Ein Rettungssanitäter hatte ihn zunächst reanimiert. Der Tunesier kam daraufhin ins Krankenhaus, wo er nun starb.

Er war seit Freitag in Abschiebehaft gewesen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt drei Selbstmordversuche aus dem Abschiebegewahrsam in Köpenick bekannt.

Stand: 01.01.2008 16:07

http://www.rbb-online.de/_/nachrichten/politik/beitrag_jsp/key=news6880257.html

Last edited by Vic; 03/01/2008 21:32.

Mag sein, daß Stille Zufriedenheit sei; doch ich sage euch, daß gerade in der Stille Widerstand, Auflehnung und Verachtung wohnen.
*Khalil Gibran*