...meist anders als die typische tunesiche Frau...
Stimmt - eine tunesische Frau läßt sich absolut gar nichts gefallen und schreit selbst bei weniger wichtigen Anlässen gleich das Haus oder die ganze Straße zusammen. Auch Tasche packen und ab zur Familie kommt vor.
Gegenmittel: keines, Frau in Ruhe lassen, für ein paar Stunden ins Cafe gehen und die Chance ist groß, daß bei der Rückkehr die Dinge wieder im Lot sind <g>.
...Man muss sich wohl einfach damit abfinden...
Nein, darf man nicht - wie schon Hayati schreibt, geht es hier um einen Positionskampf, und einmal vom "Gegner" besetzte Positionen wird man kaum noch einmal zurückgewinnen können. Das Problem liegt hier nämlich in erster Linie darin, daß Personen mit ungleichen Konfliktbewältigungsstrategien aufeinandertreffen.
Die tunesische Gesellschaft kennt kaum Verhaltensmuster, die bei uns üblich sind, wie z.B. "ich gehe schon mal auf Dich zu und erwarte das später auch von Dir", oder "ich gebe hier nach, und Du dort" - es gibt meistens nur gewinnen und verlieren und auch nur den Moment, kein Später. Man darf es nicht vergessen, daß dort traditionell keine "demokratischen" Beziehungen, sondern Clanstrukturen und Aufgaben- und Positionszuweisungen innerhalb einer Gruppe existieren und auch erwartet werden.
Ein bedeutender Grund übrigens, weshalb ständig subtile Positions- und Machtdemonstrationen stattfinden, sobald mehr als 1 Person zusammenkommt (achte einmal bewußt darauf!).
Man muß nun ENTWEDER sich selbst "tunesisch" verhalten, also genau so reagieren, wie es dort üblich wäre (damit kann der andere dann etwas anfangen, weil er es kennt und Signale deuten kann), ODER den anderen zu europäischer Reaktion "umerziehen" (dasselbe andersherum), wenn der eine jedoch arabisch und der andere europäisch reagieren, wird man ständig aneinander vorbeistreiten und -handeln, und das "gibt sich" auch nicht nach einiger Zeit, sondern das bleibt so.