...Ist hier vielleicht jemand dem es annähernd so geht?Oder ist für jede(n)hier Tunesien unantastbar super?...

Von mir es wohl bekannt, daß ich Tunesien (ebenso wie auch DE) sehr kritisch betrachte und noch niemals mit den Lobeshymnen übereingestimmt habe. Wegen meiner langen Verweilzeit dort und der vielfältigen, zum Teil sehr engen und sicherlich in der Zukunft bestehenbleibenden Kontakte, betrachte ich es jedoch derzeit als eine Art "Zweitzuhause".

...Vielleicht hab ich auch schon zuviel mitgekriegt wie das Leben dort wirklich ist...

Das bist nicht nur Du - die meisten, die längere Zeit dort waren, sagen genau dasselbe.

...wie das woanders gehandhabt wird...

Sorge dafür, daß die Familie einen Festnetzanschluß bekommt, einen DSL-Anschluß und einen günstigen Computer - dann sind zumindest die Telefongespräche (MSN, Skype) kostenlos und das eingesparte Geld ist mehr als die laufenden Kosten für die DSL-Leitung, das wird in jedem Falle die finanzielle Belastung verringern.
Was das ständige Angerufenwerden betrifft, führe es ein, daß Du (ihr) nur abends Anrufe entgegennimmst. In Tunesien ist es zwar üblich, daß man aus nichtigen Gründen notfalls 10mal am Tage (und selbstverständlich auch in der Nacht) mit anderen Familienmitgliedern kommuniziert (und als erstes immer fragt: "wo bist Du"...), doch das gilt nicht für Deutschland. Ist natürlich schwierig, so etwas noch nachträglich zu ändern, wenn man es vorher schon klaglos eine lange Zeit hingenommen hat. Bei mir ist es z.B. üblich, daß ein Telefon im Schlafzimmer nichts zu suchen hat (von besonderen Ausnahmen abgesehen) bzw. nachts sogar ganz abgestellt wird.

Die Urlaubsreisen und Familienbesuche - nun, ich kenne es eigentlich so, daß man die Familie nur dann besucht, wenn man es sich leisten kann, ohne dafür wesentliche Einschränkungen hinzunehmen. 1-2mal pro Jahr sollte definitiv ausreichen. In einer Ehe hat übrigens der Mann nicht nur das Recht das gemeinsame Geld mit auszugeben, sondern auch die Pflicht, damit sorgsam umzugehen (insofern kann er sich nicht darauf berufen, mehrmals wegfliegen zu müssen/dürfen, wenn das Geld knapp ist).

Als Lebensmittelpunkt hattet Ihr Euch gemeinsam Deutschland ausgesucht - und eine solche Entscheidung kann man nicht alle paar Jahre abändern. Du solltest mit Deinem Mann ein ernsthaftes Gespräch führen und ihn fragen, was letztlich wichtiger ist - in Tunesien zu sein, oder mit seiner Frau gemeinsam die Lebenspläne zu erfüllen, die man sich einmal vorgenommen hatte, und so hart es klingt, muß man danach eine konsequente Entscheidung über die Zukunft treffen - falls Du das nicht tust, wird nämlich etwas eintreten, das Kenner als "Ausbluten" bezeichnen, mit bleibendem oder steigenden Aufwand erreichst Du dann immer weniger, bist immer weniger zufrieden und glücklich und stehst am Ende womöglich ohne alles (Geld, Lebensmut, Karriere, Ehe, etc.) da.

Da Du jemand zu sein scheinst, der mit beiden Beinen auf der Erde verankert ist, denke ich, daß ich Dir diese Tips "zumuten" konnte und hoffe, daß sie Dir bei Deiner Entscheidungsfindung helfen können.