Donnerstag 10. November 2005, 17:33 Uhr
El Kaida bekennt sich zu Anschlägen in Jordanien

Amman (AFP) - Die El-Kaida-Gruppe im Irak hat sich zu den Anschlägen auf drei Hotels in Amman mit mindestens 56 Toten bekannt und mit weiteren Attentaten gedroht. Jordanien sei zu einer "militärischen Rückzugsbasis für die Armeen der Kreuzfahrer" und der irakischen Regierung geworden, hieß es in einer im Internet veröffentlichten Erklärung, die der Gruppe des jordanischen Extremistenführers Abu Mussab el Sarkawi zugeschrieben wird. Mehrere tausend Menschen demonstrierten in Amman und anderen jordanischen Städten gegen Terrorismus.

Bei den Selbstmordanschlägen am Mittwochabend wurden nach Behördenangaben 56 Menschen getötet und mehr als hundert weitere wurden verletzt, darunter vier Deutsche. Die jordanischen Behörden meldeten die Festnahme einer "Reihe Verdächtiger". Zur Zahl der Festgenommenen und ihrer Identität gab es zunächst keine Angaben.

"Unsere tapferen Löwen haben einen weiteren Angriff in Amman unternommen", heißt es in der Erklärung, deren Echtheit zunächst nicht geklärt werden konnte. Die Hotels seien von König Abdullah II. in einen "Garten für die Feinde unserer Religion, die Juden und die Kreuzfahrer" verwandelt worden; sie seien "Orte widerlicher Freuden für die Verräter und die abtrünnigen (Moslems)" sowie ein Unterschlupf für die US-Geheimdienste gewesen.

Die folgenschwerste Explosion löste ein Selbstmordattentäter mit einem Sprengstoffgürtel bei einer Hochzeitsfeier im Radisson-Hotel aus. Unmittelbar danach sprengte sich ein zweiter Attentäter am Eingang des Grand Hyatt in die Luft; der dritte fuhr ein mit Sprengstoff präpariertes Auto in das Days Inn in der Nähe der israelischen Botschaft.

Unter den 56 Toten waren nach Behördenangaben elf Ausländer, darunter der Leiter des palästinensischen Militärgeheimdienstes im Westjordanland, General Baschir Nafeh. Zudem seien fünf Iraker, drei Chinesen und jeweils ein Saudi-Araber und ein Indonesier getötet worden. 30 Tote konnten zunächst nicht identifiziert werden. Die vier Deutschen hätten nach einer medizinischen Behandlung wieder das Krankenhaus verlassen, teilte das Berliner Außenamt mit.

Die Taten wurden weltweit als "barbarisch" verurteilt. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte einen für Donnerstag geplanten Besuch in Jordanien ab und rief die Weltgemeinschaft zum gemeinsamen Anti-Terror-Kampf auf. Auch Ägypten, Syrien, die palästinensische Autonomiebehörde und die Vereinigten Arabischen Emirate äußerten Abscheu über die Anschläge.

Die Demonstranten folgten einem Aufruf von Parteien, Gewerkschaften und Stadtverwaltungen. Die Wut der Jordanier auf den Straßen richtete sich gegen das Terrornetzwerk El Kaida und Extremistenführer Abu Mussab el Sarkawi, einen gebürtigen Jordanier.

Quelle:www.yahoo.de