Ja, es hat mir sehr gut gefallen. Nichts spektakuläres, es ist einfach, ruhig, ländlich, sehr einfache, überaus freundliche Menschen. Ich hatte ein Studio gemietet, mit "Familien-Anschluß". Das hieß zunächst nur, daß ich die Mahlzeiten mit der Familie einnehmen sollte. Hatte aber zur Folge, daß ich mich wie ein Enkelkind bei seinen Großeltern fühlte, wo es nach allen Regeln der Kunst verwöhnt wird. Ein Sohn meiner Wirtin machte mit mir eine Rundfahrt über die Insel, zeigte mir das Museum, erklärte mir alles über Geschichte der Insel, den Fischfang, über den Bau der Fischerboote. Sein Bruder, ein Fischer, nahm mich mit auf einen Familienausflug mehrerer Familien auf eine kleine Insel und am Ende des Tages wurden auch noch die Netze wieder eingeholt. - Im Juli/August muß die Insel sehr voll sein, weil dann die auf dem Festland lebenden Kerkenianer nach Hause kommen. Ende August/Sept. tritt dann wieder Ruhe ein. Die Inselbewohner sind sehr stolz auf ihre Insel, auch stolz darauf, daß alles naturbelassen, nichts verbaut ist. Angestrebt wird in den kommenden Jahren, den Tourismus auszubauen, aber naturverträglich, sozusagen ökologisch. Ungünstig ist es, wenn man ohne Auto anreist. Entlang der Längsachse verkehren zwar Louages und Taxen, die ständig von und zur Fähre pendeln. Aber dorthin muß man ja erst mal gelangen. Fahrrad wäre schon nicht schlecht. Die Einwohner behelfen sich gegenseitig, ich bin mehrfach von mir völlig unbekannten auf dem Moped oder dem Roller oder auch im Auto mitgenommen worden. Aber das ja auch nur, weil ich "eingeborene" Begleitung hatte. Der dort gefangene Fisch soll qualitätsmäßig der beste von Tunesien sein, weil die Wasserqualität so hervorragend ist. Sorry, wenn mein Bericht vielleicht etwas konfus klingt. Bin heute erst zurück gekommen und in Gedanken eigentlich noch dort.