Eine Karikatur des Propheten in einer schwedischen Zeitung droht zu einer neuen Belastung zwischen islamischer und westlicher Welt zu werden. Die Darstellung des Zeichners Lars Vilks zeigt den Propheten(saws) mit dem Körper eines Hundes.


Eine Mohammed(saws) -Zeichnung in der schwedischen Zeitung „Nerikes Allehanda“ droht zu einer neuen Belastung zwischen islamischer und westlicher Welt zu werden. Die am 18. August veröffentlichte Darstellung des Zeichners Lars Vilks zeigt den Propheten mit dem Körper eines Hundes. Sie illustrierte einen Artikel über Selbstzensur und Meinungsfreiheit.

Internationale Medien berichteten am Wochenende von Demonstrationen in Pakistan und einem Protest der afghanischen Regierung. In Pakistan wurden am Freitag symbolisch Kreuze und schwedische Fahnen sowie eine Marionette verbrannt, die den schwedischen Ministerpräsidenten darstellen sollte. Afghanische Religionsgelehrte und das Religionsministerium in Kabul erklärten am Samstag in einer gemeinsamen Stellungnahme, die Zeichnung sei eine Provokation, gotteslästerlich und feindlich gegenüber der muslimischen Welt. Der Iran und die Konferenz Islamischer Staaten hatten bereits Mitte der Woche Proteste nach Stockholm übermittelt. Auch in Schweden demonstrierten am Freitag vor der Redaktion von „Nerikes Allehanda“ rund 200 Muslime friedlich. Der Chefredakteur der Zeitung, Ulf Johansson, diskutierte mit den Demonstranten, entschuldigte sich aber nicht. Er bedauerte, dass sich Menschen durch die Zeichnung verletzt fühlen könnten.

Die schwedische Botschaft in Pakistan bedauerte die Veröffentlichung am Freitag. Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt betonte, Schweden sei ein Land, in dem Christen und Muslime im gegenseitigen Respekt zusammenleben könnten. Er betonte jedoch zugleich, es sei nicht seine Aufgabe, Einfluss auf Veröffentlichungen von Zeitungen auszuüben. Im Einklang mit Demokratie und Meinungsfreiheit in Schweden lägen redaktionelle Entscheidungen bei anderen. Führende skandinavische Tageszeitungen druckten die neue Karikatur am Wochenende nach. Der Zeichner Vilks erklärte, er habe mehrere Morddrohungen erhalten. Er lehnte eine Entschuldigung ab: Die Religionen müssten Kritik aushalten, sagte er. Im September 2005 hatte die dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ mehrere Mohammed(saws)-Karikaturen veröffentlicht, die Anfang 2006 teils gewalttätige Proteste von Muslimen in aller Welt auslösten.