...ob eine der vielen religionen "richtig" oder "falsch" ist, dass wird wohl keiner sich anmaßen wollen zu entscheiden, oder?...
doch, das ist es ja gerade, was hinter den meisten Religion steht (zumindest hinter den Buchreligionen, der Buddhismus stellt es z.B. jedem frei, wie er den Weg findet). Und dies ist überlebenswichtig für eine Religion (ich spreche hier nicht vom Glauben, sondern von der Religion), denn nur dann, wenn sie sich den Konkurrenten überlegen darstellt, wie auch immer, wird die eigenen Bewegung fortbestehen können - dies ist auch das Motiv hinter dem Anspruch, Kinder so früh wie möglich in die Religion zu integrieren (durch Taufe oder noch praktischer, gleich durch Abstammung) und der negativen Sanktion für potentiellen Abfall.
Allerdings gibt es da noch Fragen, die noch gar nicht angeschnitten wurden, nämlich die, daß jede der mittelöstlichen Religionen es für sich in Anspruch nimmt, daß ihr Prophet der letzte ist und daß gleichzeitig Gott allwissend ist. Wenn aber der Gott allwissend ist, so braucht er keinen zusätzlichen Propheten und keine konkurrierenden Religionen, sondern nur eine(n), im Prinzip sogar gar keinen, denn er ist allwissend und kennt die gesamte zukünftige Entwicklung. Wenn er aber nun eien Propheten sendet, kann dies nur mit Ziel geschehen, die Zukunft in einer bestimmten Weise zu beeinflussen, was dann wiederum heißt, daß er eben nicht allwissend und -schauend und -möchtig sein kann, denn sonst kennte er das Resultat bzw. würde es aus eigener Kraft zu ändern vermögen.
Wer Gottes- und Religionskritik üben will, sollte sich erst gar nicht mit Nebenschauplätzen aufhalten, sondern gleich an den Stamm des Baumes gehen, noch bevor er die ersten Äste austreibt (die Religionen). Man wird schnell erkennen, daß zum einen "Gott" und "Religion" zwei verschiedene Paar Schuhe sind und zum anderen, daß jede Entität einzeln erschütterbar ist - was ja kein Wunder tut, wenn man sich überlegt, wieviele Hunderte von Jahren Mneschen mit geringer Kenntnis und Kommunikations- und Informationsmöglichkeit sich daran ausgetobt haben.
Was unter dem Strich bleibt, ist der Glaube an das eine und/oder das andere, und dieser Glaube muß jeder Mensch frei entwickeln und sich dazu entscheiden können (was die Religionen ja gerade durch ihre Rekutierungspolitik vermeiden wollen). Wer dies tut, der hat sicherlich seinen Weg für Erklärung und Sinnhaftigkeit seine Existenz selbst gefunden, und dies soll anerkannt werden. Der Glaube muß dann aber nicht mehr verteidigt werden (denn er gilt ohnehin in genau dieser Ausprägung nur für genau diese eine Person) und insbesondere nicht mehr weitergetragen werden, denn genau das widerspricht dem Ziel des ehrlichen Glaubens, wonach jede Person selbst "ihren" (ihren eigenen, nicht notwendigerweise den anderer) Weg finden muß.
...keine extra "Abteilungen" für Moselms, Christen, Juden, Hindu ect...
Aber natürlich gibt es die, denn die Himmel und Höllen werden ja auch unterschiedlich definiert. Jedenfalls muß es dort recht geräumig zugehen, wenn ich mir vergegenwärtige, wieviele Menschen nur alleine in den letzten 2000 Jahren auf der Erde gelebt haben. :-) Ich will jetzt nicht auch noch durchaus interessante Fragen ansprechen, die sich bei eingehender Überlegung ebenfalls ergeben, nämlich die zum Alter, zum Familienstatus und anderen Dingen...