Ganz so negativ sehe ich die Religionen nicht, Susanne. Ich denke, sie sind entstanden, aus der Sehnsucht der Menschen. Aus dem Gefühl, daß Du irgendwo eine höhere Kraft sein muß, die das alles geschaffen hat. Ich bin katholisch, auch praktizierend - allerdings nicht in dem Glauben, daß nur allein der katholische Glaube der seligmachende ist. Was ich glaube ist, daß es einen Gott, eine höhere Macht gibt, irgendwas oder irgendwer, dem die Menschen viele verschiedene Namen gegeben haben. Und den sie, je nach ihrer Kultur und Geschichte auf ihre Weise anbeten. Diese ganzen Vorschriften sind entstanden, weil sie zu ihrer Zeit für das Zusammen- oder Überleben der Menschen in der dortigen Region sinnvoll waren. Ich glaube auch nicht, daß es Gott wichtig ist, ob ich Schweinefleisch esse oder nicht, ob ich freitags Fleisch esse oder nicht. Die Vorschriften zu beachten, kann aber zu einer bewußteren, intensiveren Auseinandersetzung mit dem Glauben oder sich selbst führen. Viel wichtiger sind die Grundsätze, die allen großen Religionen gemeinsam sind, daß man an den Nächsten denken soll, bewußt mit der Natur und ihren Gaben umgehen soll, usw. Ich versuche immer den Sinn hinter allem zu suchen.
Zum Thema Bibel: es gibt ja nicht "die" Bibel. Sie besteht aus Altem und Neuem Testament und beide sind von zig Autoren verfaßt. Meines Wissens ist nur das Lukas-Evangelium in Griechisch verfaßt, weil er als gebildeter Arzt eben auch die damalige Weltsprache Griechisch sprach.