In meiner Vorstellung gibt es keinen "Gott". In meiner Vorstellung gibt es "Natur", dazu gehört alles, was wir hier auf dem Planeten an Flora, Fauna, und dazu gehörig auch Menschen, haben. Es ist ein stetiger Kreislauf, aber mit dem Tod endet für mich das Dasein. Mag durchaus sein, dass durch die Energie, den Kadaver, was weiss ich wiederum andere Dinge geboren und genährt werden, ich bin aber der Meinung, wir sind nur eine kurze Weile, einen Wimpernschlag oder weniger hier auf der Erde und würde mich dem Grönemeyerschen Motto "Die Erde ist freundlich" anschliessen.
Für mich persönlich gilt es, so zu leben, dass ich anderen nicht die Freiheit nehme, niemanden quäle, etc. Dazu gehört für mich auch Selbstverantwortung und das Bewusstsein, dass alle Entscheidungen, die ich treffe, Konsequenzen haben, für mich und für andere. Gottgebenes oder Schicksal gibt es für mich nicht, denn das befreit von Verantwortung.
Ich habe aber wohl die Verpflichtung, alles, was ich hier vorfinde, mit Respekt zu behandeln, damit diese Welt noch möglichst lange existiert. Damit Menschen "gute" Menschen sind, müssen sie meiner Meinung nicht irgendwelche Gebetsregeln, Fastenvorschriftem etc. befolgen, finde ich. Wenn jeder so leben würde, dass er dem anderen nicht schadet, frei nach Kant, dann gäbe es auf dieser Welt kaum Probleme.
Nun kommt von einem gläubigen Menschen als nächstes sicher die berechtigte Frage, woher das alles kommt, wer die "NAtur", die "Welt", etc. geschaffen hat. Ich WEISS es genaus so wenig, wie ein gläubiger Mensch es WEISS. Nur glaube ich halt einfach, dass Gott, so wie er uns in den Büchern vorgestellt wird, eine zutiefst menschliche Erfindung ist. Ebenso wie die Zuschreibungen, die man ihm macht.
Wie kann ein Gott überhaupt von Menschen beschrieben werden? Attribute wie "gerecht" "gütig" etc. sind doch auch alles nur "menschliche" Kategorien. Wie könnte etwas "Göttliches" so profan niedergelegt werden wie in Koran oder Bibel? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Gott sich mit so einem Kleinkram wie Erbrecht, Bekleidungsvorschriften, Schweinefleisch oder Alkohl etc. ernsthaft und minutiös beschäftigt. Das Alles ist doch menschlich und dient der Regelung menschlichen Zusammenlebens.
Und ich kann auch gut mit dem Gedanken leben, dass ich nicht weiss, warum das alles so ist, eben so wie mit dem Gedanken, dass alles Leben endlich ist. Ich finde den Gedanken sogar erleichternd und kann mir gut vorstellen, dass es einem irgendwann wenn man ganz alt ist, reicht, mit dem Leben hier (dazu empfehle ich das Buch von Simone de Beauvoir: Alle Menschen sind sterblich).
Ich nehme mein Leben als Privileg, das mir geschenkt wurde. Ich weiss zwar nicht von wem und warum, aber das ist mir egal. Ich arbeite noch an Demut, an Zufriedenheit, an Bescheidenheit, aber ich bin dankbar dafür, auch wenn es manchmal so richtig ä.t.z.e.n.d. ist.
