28.09.2005:
Berlin: Mehr türkischstämmige Abgeordnete
Zahl der türkischstämmigen Abgeordneten im Bundestag steigt
Bei den Bundestagswahlen am 18. September wurden die Unionsparteien mit 35,2 Prozent der Wählerstimmen nur knapp Siegerin. Die SPD mit 34,3 Prozent der Wählerstimmen glaubt jedoch, dass der knappe Vorsprung der Union nicht eine Niederlage für die SPD bedeute. Die Wahlergebnisse ermöglichen nämlich verschiedene Koalitionen, womit sowohl die Union, als auch die SPD an die Regierungsspitze können.
Nach offiziellen Angaben haben im Bundestag die Union 225 Sitze, die SPD 222 Sitze, die Grünen 51Sitze, die FDP 61 Sitze, und die Linken 54 Sitze.
Während viele Wähler unzufrieden mit den Wahlergebnissen ihrer Parteien sind, freuen sich türkischstämmige Wähler über den Einzug von fünf türkischstämmigen Abgeordneten in den Bundestag. In der Regierungszeit von Rot-Grün waren es dagegen nur zwei, Lale Akgün von der SPD und Ekin Deligöz von den Grünen. Nächstes Jahr sollen es mit Hakki Keskin , Hüseyin Aydin und Sevim Dagdelen – alle drei von den Linken - insgesamt fünf werden.
Die erfolgreichste unter den türkischstämmigen Abgeordneten ist Lale Akgün, die ihren Konkurrenten Rolf Bietmann von der CDU um 10 Prozent der Wählerstimmen überbot und somit zum zweiten Mal in den Bundestag darf. Akgün führte ihren Erfolg an ihre Beliebtheit unter den Wählern in Köln zurück. Die Diplom-Psychologin, die im Bereich Migrations- und Integrationspolitik arbeitet, lebt seit 25 Jahren und arbeitet seit 15 Jahren in Köln.
Eine andere erfolgreiche türkischstämmige Abgeordnete, die es ebenfalls ein weiteres Mal in den Bundestag geschafft hat, ist Ekin Deligöz. Die Diplomverwaltungswissenschaftlerin, die seit 1988 Mitglied der Grünen ist, war von Februar 2002 bis Februar 2005 Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.
Prof. Dr. Hakki Keskin, der nun zum ersten Mal im Bundestag sitzen wird, sagte, dass sein Einzug in den Bundestag ein wichtiger Fortschritt bei der Verteidigung der Rechte der Türken in Deutschland sein werde. Keskin, der sich seit 25 Jahren mit den Problemen der türkischen Einwanderer beschäftigt, sagte, dass er zusammen mit den anderen türkischstämmigen Abgeordneten sich noch intensiver für die Rechte der türkischen Einwanderer in Deutschland einsetzen werde.
Auch Sevim Dagdelen, die zum ersten Mal bei den Bundestagswahlen kandidierte, darf sich über den Einzug in den Bundestag freuen. Die Studentin an der juristischen Fakultät der Universität zu Köln, die schon bei mehreren Zeitschriften als Redaktionsmitglied gearbeitet hat, sagte: „Ich werde mich auf die beste Art und Weise für meine deutschen und deutsch-türkischen Bürger einsetzen.“
Ein weiterer türkischstämmiger Abgeordneter, der es ebenfalls zum ersten Mal in den Bundestag geschafft hat, ist Hüseyin Aydin. Aydin war 1984 Hüttenarbeiter bei Thyssen-Stahl in Duisburg. Nach mehreren Aufstiegen wurde er im Jahre 2003 Gewerkschaftssekretär der IG Metall Düsseldorf. Das ehemalige SPD-Mitglied ist zugleich der Parteimitbegründer der „Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ auf Bundes- und Landesebene. Zudem war Aydin bis Juni 2005 Mitglied des Bundesvorstandes und Vorstandssprecher des WASG-Landesverbandes NRW.
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