Hallo Habebte,

wenn Dein Mann das von der religiösen Seite aus sieht, okay. Das ist für mich ein Argument, das ich zwar nicht nachvollziehen kann, aber ich akzeptiere das.

Ich mochte Tätowierungen schon als Kind, ein Freund meines Vaters war ein lebendes Kunstwerk. So das klassische Klischee, Seemann und in allen Häfen der Welt zu Hause, von überall ein Andenken tätowiert.

Als ich mein erstes habe stechen lassen war ich schon 39 Jahre alt, weil aus Rücksicht auf meinen Mann hab ich immer gedacht, ach nee, lass es. Aber dann im Urlaub in Tunesien!! haben wir eine junge Frau kennen gelernt, die zwei schöne Tattoos hatte. Mein Mann war ganz begeistert, die Gelegenheit hab ich am Schopf gepackt. Samstags zurück in Deutschland war ich im Studio und habe meinen kleinen roten Teufel auf die rechte Schulter bekommen.

Mittlerweile bin ich 50 und habe jetzt von der linken Schulter bis zum Ellbogen links eine Kaskade von Rosen,
auf dem rechten Oberarm eine schwarze Rune mit einer Rose, vom linken Knöchel bis in die Mitte des Unterschenkels schlängelt sich ein kleiner freundlicher Drache, auf dem rechten Oberschenkel flattern einige Schmetterlinge.

Wenn ich Ende des Jahres wieder nach Florida komme, lasse ich mir in Miami (sind auch alle meine anderen grossen gestochen worden) noch was Hübsches auf den rechten Unterschenkel stechen.

Mein Body ist wie mein Leben teilweise sehr bunt und mir gefällst.

Du hast recht, es ist eine sehr persönliche Sache, ich kenne einige die todunglücklich mit ihren Tattoos sind. Wenn man nicht komplett überzeugt ist, sollte man es lassen.

Deshalb verstehe ich auch nicht, warum man nach fragt ob man irgendwo schräg angesehen wird. Ich habe es machen lassen, weil ich es mag. Es gibt natürlich Situationen, wo auch ich Rücksicht nehme, so z.B. bei meiner Mutter, die findet das nicht so toll, also ziehe ich mich bei Besuchen halt etwas bedeckter an.

Ich habe ja schon gesagt habe, es muss mich niemand ansehen, wenn doch dann mal blöde Kommentare kommen, stehe ich drüber und lass die Leute reden.