hier muss ich doch auch noch mal meinen senf dazugeben. ich bin ja nicht in tn verheiratet sondern eher "zweitfrau" - islamischer gehts nicht mehr! also, ich habe in früheren jahren auch in familie gewohnt, wenn ich dort war - ich fands teilweise schön mit der "hauptfrau" alleine im haus zu sein, oder es kamen nachbarinnen oder auch weibliche verwandte und kinder. allein - wie hier in deutschland so oft (nachdem ich den vater meiner kinder verlassen habe wohne ich alleine mit meiner 85jährigen mutter - wenn ich nicht gerade wieder irgendwo auf reisen oder für die db auf arbeit/auf der schiene in "gross"-bayern bin. meine mutter möchte nicht, dass ich irgend jemand den sie nicht kennt - nur weiblich natürlich, versteht sich von selbst - mit nach hause bringe und sie selbst hat nur noch ganz wenige bekannte. nun, ich bin ja auch höchstens mal ganz spät oder ganz früh da - normalerweise nur zum schlafen. wenn ich nun in tn war, wollte ich natürlich auch was sehen und da musste ich mich erst richtig durchsetzen. "du gehörst ins haus, hamida (die hauptfrau) geht doch auch nicht weg. aber gut, ich komme gleich" und er kam auch wirklich und fuhr dann mit uns an den strand oder zum hafen oder zum markt zum einkaufen. einmal nahm er uns mit nach tunis - ich sollte ihr die medina zeigen. ich glaube, schon nach der zweiten strassenecke - wir konnten gerade noch einen tee - im eingang stehend - trinken und ein stück kuchen essen - rief sie schon so verzweifelt nach ahmed, dass mir nichts weiter übrigblieb, als mit ihr vorzeitig zum vereinbarten treffpunkt zu marschieren. als er dann kam, konnte er das überhaupt nicht verstehen. als ich dann wieder mal kam, hatte es wohl vorher eheliche schwierigkeiten gegeben, jedenfalls hatte er vergessen, mir zu sagen, dass der termin überhaupt nicht passte, weil sie eigentlich zu ihrer mutter in den süden hätten fahren sollen (die schwiegermutter bereitete sich für eine hadj in mekka vor und wollte alle familienangehörigen um sich haben). nun, hamida fuhr allein, ahmed blieb bei mir und ein junger verwandter, der auch noch im haus wohnte, kochte dann immer abends für uns (wirklich gutes tunesisches essen), weil ich im haus nichts tun sollte. ein anderes mal - wir hatten hohe gäste aus paris (mein ahmed ist seit 30 jahren reiseleiter) - stand ich dann doch in der küche und bereite meshuja - ach wie schreibt man das jetzt - ich meine tunesischen gemischten salat. hamida war plötzlich mit der frau eines kollegen verschwunden - ich sah sie dann erst wieder, als wir alle zusammen fröhlich im wohnzimmer auf dem boden sitzend beim essen waren. aber ein anderes mal nahm mich ahmed mit auf eine tour und als wir wieder nach hammamet kamen, setzte er mich in der nähe der medina ab. ich sollte mir den ort ein bischen anschauen, einen kaffee oder tee trinken und wenn ich dann genug hätte, bräuchte ich nur kurz anrufen oder ich könne ja auch ein taxi nehmen und nach hause kommen. das habe ich dann auch gemacht. das letzte mal habe ich ja nun im büro mitgeholfen - wir haben ja nun die eigene firma - gewohnt habe ich mit einer jungen kollegin schräg gegenüber - die vermieterin unserer wohnung war österreicherin, die schon viele jahre in hammamet wohnt, und mit der habe ich so manche stunde am abend gesessen und geklönt. die hat sich aber auch sehr gefreut, wieder mal deutsch sprechen zu können, obwohl sie wirklich gut arabisch (besser tunesisch) spricht. mit der jungen kollegin war das schwieriger, wir konnten uns nur auf englisch verständigen (ich kann kaum französisch sprechen - die betonung liegt auf sprechen, lesen und ins deutsche übersetzen kann ich sehr gut). aber auch hier verbrachte ich wirklich angenehme abendstunden - er musste sich ja natürlich dann um hamida kümmern - und wir hatten auch viel besuch von den freundinnen der tn. kollegin. untertags war ich entweder im büro - nie allein - oder ich wurde mal geschickt, tee für alle zu holen, oder auf die bank oder in den nächsten supermarkt oder die bäckerei. also, will sagen, man kann sich auch in tunesien einrichten, wie mans gerne hat. aber es gehört eine ganze menge kraft dazu. übrigens, wie ich es das nächste mal machen werde, weiss ich jetzt noch nicht, ob zuhause, wieder bei der österreicherin eine wohnung mieten, oder ins hotel (hat auch seine guten seiten): au ja, da hatte ich letzten winter auch eine gute zeit: ich war eine woche lang einziger gast in einem ganz neuen wellness-hotel in hammamet yasmine und natürlich turnten immer alle um mich herum und einmal musste ich am abend wirklich alles essen, was der koch für mich zubereitet hatte - ich bin fast geplatzt: menü - drei gänge und noch zwei süsse nachspeisen und obst. an den nächsten abenden habe ich aber dann gleich immer gesagt, dass ich nur wenig essen wollte (was aber wieder keiner verstand). aber, was ich hier zum ausdruck bringen will, ich nehme mir einfach das, was ich für mich im jeweiligen moment für richtig halte und das ist dann leben für mich und keiner kann was dagegen haben.