Weitere Infos findest du auch:
http://www.auslaender-statistik.de/illegal.htmAusländerinnen und Ausländer, die sich ohne Aufenhthaltsstatus in Deutschland aufhalten, tun dies gesetzeswidrig, also illegal. Da der Begriff "Illegale" teilweise als menschlich diskriminierend angesehen wird, verwendet man statt dessen auch die Bezeichnung "Ausländer ohne Aufenthaltsstatus". Die vielfältigen und stark zunehmenden Probleme durch den illegalen Aufenthalt führten dazu, dass die Bundesausländerbeauftragte in ihrem jüngsten Bericht ausdrücklich eine
"verstärkte und fundierte Diskussion des Themas
auch und gerade in der Öffentlichkeit"
begrüßt.
Anders als in den USA liegen in Deutschland keine offiziellen Schätzungen darüber vor, wie viele Ausländer sich illegal hier aufhalten. Die Bundesausländerbeauftrgate verweist lediglich auf verschiedene Schätzungen, die zwischen 500.000 und 1,5 Millionen Illegale in Deutschland vermuten (Bericht 2000, S. 139). Verwiesen sei in diesem Zusammenhang auf die neuen Untersuchungen von D. Vogel: Illegaler Aufenthalt in Deutschland - Methodische Überlegungen zur Datennutzung und Datenerhebung (Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Hg. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung beim Statistischen Bundesamt, 24. Jg. (1999), Heft 2, S. 165-185, mit ausführlichen Literaturhinweisen), die auf verschiedene Schätzmöglichkeiten und deren Voraussetzungen hinweist.
Aussagen über die Staatsangehörigkeit der Ausländer ohne Aufenthaltsstatus lassen sich - in statistisch verwertbarem, also größerem Umfang - derzeit nur durch die Polizeilichen Kriminalstatistiken der Bundesländer machen. Eine bundesweite Zuordnung ist aus Gründen des Datentransfers von den Landeskriminalämtern zum Bundeskriminalamt (in aggregierter Form) nicht unmittelbar möglich. Die Daten für Nordrhein-Westfalen und Bayern weisen allerdings darauf hin, daß Personen aus dem heutigen Jugoslawien (17.7% bzw. 24,3%), aus Polen (15,6% bzw. 7,4%) und der Türkei (11,5% bzw. 5,2%) stark vertreten sind.
Völlig unklar ist, in welchem Umfang die über 800.000 Ausländer als Illegale untergetaucht sind, die im AZR ohne Aufenthaltsstatus registriert sind. Es handelt sich dabei weitgehend um abgelehnte Asylbewerber, deren Status teilweise deswegen unbekannt ist, weil die zuständigen Ausländerämter keinen neuen Status an das AZR gemeldet haben.
Schätzung
Schätzungen bedürgen grundsätzlich einer "brauchbaren" Stichprobe. Hier sei als Beispiel auf die 1998 polizeilich ermittelten nichtdeutschen Tatverdächtigen hingewiesen: Ein unmittelbarer Vergleich von legalen Drittstaater-Tatverdächtigungen und illegalen Tatverdächtigen führt zu der Schätzung von etwa 1,8 Millionen Illegalen. Diese grobe Schätzung hat allerdings zwei
Voraussetzungen:
(1) Illegale werden aus den gleichen Gründen straftatverdächtig wie legale Drittstaater.
(2) Illegale werden mit der gleichen Wahrscheinlichkeit von der Polizei ermittelt wie legale Drittstaater.
Beide Voraussetzungen können modifiziert werden, was zu unterschiedlichen Ergebnissen führt:
(1) Illegale sind im Gegensatz zu Ausländern mit Aufenthaltsstatus schon deswegen tatverdächtig, weil sie allein aufgrund ihres illegalen Aufenthalts gegen das Ausländergesetz verstoßen. Umgekehrt können allerdings nur legale Drittstaater gegen zahlreiche Bestimmungen des Ausländer- und Asylrechts verstoßen, so dass überhaupt alle diese Vergehen bei einem statistischen Vergleich herauszunehmen wären.
(2) Unklar ist, ob Illegale sich weniger oder mehr als legale Drittstaater im Kriminellenmilieu aufhalten. Einerseits sind - so auch die Bundesausländerbeauftragte - Illegale zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts verstärkt auf strafbare Handlungen angewiesen, andererseits müssen sie aber auch besonders sorgfältig darauf achten, nicht auffällig zu werden. Im ersten Fall wäre die weitverbreitete Ansicht, Illegale sei besonders kriminell, bestätigt, im zweiten Fall wäre die geschätzte Anzahl der Illegalen in Deutschland u.U. erheblich höher als 1,8 Millionen.
© fjb 2000
Auch diese Infos sind sehr wichtig:
http://www.auslaender-statistik.de/recht.htmClaudia