Hepatitis: Formen, Übertragungswege und Schutzmaßnahmen
Online-Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung



Hepatitis - ein Begriff, den viele schon einmal gehört haben. Nur wenige wissen, was sich genau dahinter verbirgt. Es gibt mehr Situationen mit Ansteckungsrisiko als viele denken, aber mit den richtigen Maßnahmen kann man sich gut schützen.

Eine Hepatitis ist eine Leberentzündung. Am häufigsten wird sie durch von Mensch zu Mensch übertragbare Viren verursacht. Eine geringere Rolle spielen andere Auslöser wie Medikamente, Alkohol oder Bakterien. Sehr oft wird die Ansteckung von den Betroffenen nicht bemerkt, weil viele der Infizierten keine oder nur geringfügige Symptome haben. Trotzdem sind sie für eine bestimmte Zeit Virusträger und können andere Menschen unwissentlich anstecken.

Die Broschüre Hepatitis (PDF, 75 Seiten) richtet sich an die Allgemeinbevölkerung und informiert über die verschiedenen Hepatitis-Formen, Übertragungswege sowie darüber, wie man sich vor einer Infektion schützen kann.

Die verschiedenen Hepatitisviren sind in ihren physikalisch- chemischen Eigenschaften, ihrem Aufbau und ihrer Molekularbiologie recht unterschiedlich.
Alle haben jedoch als gemeinsames Zielorgan die Leber, und sie rufen im akuten Stadium alle das gleiche klinische Bild hervor. Dieses klassische Bild der akuten Virushepatitis läßt daher keine Diagnose des Erregertyps zu. In allen Fällen beginnt die Erkrankung mit einem unspezifischen Prodromalstadium mit Abgeschlagenheit, allgemeinem Krankheitsgefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, gelegentlich Gelenkbeschwerden und Schmerzen im rechten Oberbauch. Nach mehreren Tagen kommt es, oft nach subjektiver Besserung, meist sehr rasch zum Auftreten eines Ikterus (Gelbsucht), begleitet von einer Dunkelfärbung des Urins und der Entfärbung des Stuhls. Bei komplikationslosem Verlauf klingen Ikterus und Beschwerden nach 2 bis 6 Wochen ab, und die Erkrankung heilt folgenlos aus. Hauptgefahr der akuten Infektion ist die sogenannte fulminante Hepatitis, die mit einer oft tödlich endenden schweren Leberzerstörung einhergeht. Sie tritt bei einer Hepatitis B- oder Hepatitis C- Virusinfektion in bis zu einem Prozent aller Fälle auf, im Rahmen einer Hepatitis A dagegen wesentlich seltener (0,1%). Fulminante Virusinfektionen betreffen vor allem Schwangere.

Eine besondere Gefahr der Hepatitis B, C und D stellt der Übergang der akuten Infektion in eine chronische Verlaufsform dar, die bei Hepatitis B- Infektionen im Erwachsenenalter in 5 bis 10% aller Fälle auftritt, nach einer Hepatitis C- Virusinfektion mit 50 bis 70% dagegen bedeutend häufiger. Ein nicht unbeträchtlicher Teil chronischer Hepatitis B und C- Infektionen führt zu chronisch aktiver Hepatitis, die häufig in einer Leberzirrhose und im Tod durch Leberversagen endet.
Chronische Hepatitis B und C- Infektionen sind an der Entstehung eines Leberzellkarzinoms beteiligt; so ist das Risiko eines chronischen Hepatitis B- Virusträgers, an einem derartigen Tumor zu erkranken 300fach höher als das eines Menschen, der nicht mit dem Hepatitis B- Virus in Berührung gekommen ist.
Weniger bekannt ist, daß der geschilderte typische Verlauf einer Virushepatitis durchaus nicht bei allen Infektionen auftritt. Ein großer Teil der Virushepatitiden verläuft anikterisch (ohne Gelbsucht) nur unter Allgemeinsymptomen oder klinisch vollkommen unauffällig. So führt eine Hepatitis A bei Kindern unter 5 Jahren nur in Ausnahmefällen zu einer ikterischen Erkrankung, und nur 50 bis 70% aller infizierten Erwachsenen machen eine typische Hepatitis mit Ikterus durch.
Auch an einer akuten Hepatitis B mit Ikterus erkranken nur weniger als die Hälfte aller Infizierten; bei der Hepatitis C sind es lediglich 20 bis 30%, die im Rahmen einer akuten Infektion ein typisches Bild entwickeln.

Die Übertragung der verschiedenen Hepatitiden:
Die Hepatitiden A und E werden fäkal- oral übertragen: Die Viren werden mit dem Stuhl ausgeschieden und durch engen körperlichen Kontakt weitergegeben oder mit kontaminierten Nahrungsmitteln oder fäkal verunreinigtem Trinkwasser aufgenommen. Häufige Infektionsquellen für eine Hepatitis A sind roh oder ungenügend gekocht genossene Muscheln, Austern oder andere Schalentiere, die aus mit Fäkalien kontaminiertem Wasser stammen.
Die Erreger der Hepatitis B, C und D werden dagegen ausnahmslos parenteral (unter Umgehung des Magen- Darmtarkts- sprich über das Blut) übertragen. Die Viren befinden sich im Blut und müssen in die Blutbahn des nächsten Wirtes gelangen, um mit dem Blutstrom die Leber zu erreichen.

Das ABC der Hepatitis

Hepatitis A : Übertragung siehe oben. Der Nachweis erfolgt über Blutuntersuchungen. Die Erkrankung verläuft meist harmlos und heilt normalerweise völlig aus. Eine chronische Infektion ist nicht bekannt. Eine einmalige Hepatitis A- Infektion bewirkt eine meist lebenslange Immunisierung.
Eine Impfung gegen Hepatitis A ist möglich.



Hepatitis B : Übertragung durch Blut. Der Nachweis erfolgt über Blutuntersuchungen.
Die Ausheilungsmöglichkeiten sind gut, in nur 5 bis 10% aller Fälle führt die Hepatitis B- Infektion zu einer chronisch- aggressiven Leberentzündung.
Eine Impfung gegen Hepatitis B ist möglich.



Hepatitis C : Übertragung durch Blut. Das Virus findet sich aber auch in den Körpersekreten von HCV- Infizierten. 40% aller Übertragungswege sind bisher unbekannt, man spricht bei diesen Fällen von der sporadischen Transmission. Der Nachweis erfolgt über Blutuntersuchungen.
Keine vorbeugende Impfung verfügbar!



Hepatitis D : hier gelten die gleichen Übertragungswege wie bei der Hepatitis B. Es werden aber nur Virusträger von Hepatitis B befallen. Gelegentlich tritt auch eine gleichzeitige Infektion mit den Viren B und D auf. Der Nachweis erfolgt über Blutuntersuchungen. Der Schutz gegen eine Hepatitis D entspricht dem Schutz gegen Hepatitis B. Eine Immunität gegen Hepatitis B gibt auch Sicherheit gegen eine Hepatitis D- Infektion, und gegen Hepatitis B kann man bekanntlich impfen.



Hepatitis E : Die Übertragung ist die gleiche wie bei der Hepatitis A. Der Nachweis erfolgt über Blutuntersuchungen. In Mitteleuropa sind Hepatitis E- Infektionen recht selten, es sei denn man 'importiert' das Virus aus den bekannten Seuchengebieten ( Indien, Pakistan, Nepal, Burma, Kirgisien, Algerien, Somalia, Sudan, Mexiko).
Die Erkrankung ist heute gut zu beherrschen, ist meist harmloser Natur und führt nicht zu chronischen Lebererkrankungen. Die Gefahr einer Ansteckung ist hier geringer als bei einer Hepatitis A.



Hepatitis F : Das Virus wurde erst im Herbst 1995 in Indien entdeckt. Es weist Ähnlichkeiten mit den Viren A und E auf. Die Übertragungswege sind möglicherweise die gleichen wie bei A und E. Genauere Informationen liegen noch nicht vor.



Hepatitis GB : Die Hepatitis GB wurde erst im Januar 1996 entdeckt. Auslöser sind drei verschiedene Viren (GB- A, GB- B und GB- C), die eine Ähnlichkeit mit dem Hepatitis C- Virus zeigen. Die Übertragung erfolgt vermutlich wie bei der Hepatitis C. Genauere Informationen liegen noch nicht vor.


http://hepatitis-c.de/alphabet.htm

Übrigens sollte man diese Impfungen auch in Deutschland haben, die Zahlen von Hepatitis Fällen ist in den letzten Jahren gestiegen.
Infos zu zahlen findet man beim Robert - Koch Institut.

Claudia