...zuerst einen Schluck Wasser, eine Dattel...
Ich glaube, das wird nicht überall so gehandhabt, ich war vor 3 Tagen bei einer tunesischen (Groß)Familie zu Gast, die noch ziemlich traditionell ist (ohne Verbindungen zum Tourismus, Frau mit Kopftuch, usw.) und da gabe es zwar diverse Speisen auf dem Tisch, doch nach dem Anschauen von Koranversen im Fernsehen und dem Böllerschuß von der Moschee langte einfach jeder zu mit dem, was er wollte - Datteln waren auch keine auf dem Tisch.
Kleine Anekdote am Rande: Dieses Essen werde ich nicht so bald vergessen, denn es bescherte mir die schwerste Lebensmittelvergiftung (m.E. war es eher eine böse Allergiereaktion im Magen) meines Lebens, da dachte ich beinahe, mein letztes Stündchen hätte geschlagen, hehe.
Glücklicherweise schaffte ich es noch bis nach Hause, bevor ich die Ambulanz rief und da mein Magen bereits so leer war, wie es nur möglich ist, habe ich dann nur noch Spritzen bekommen <g>, mittlerweile fühle ich mich nur noch ein wenig schlaff, aber ansonsten wieder zu allen Schandtaten bereit. :-)
Immerhin habe ich über 2 Tage hinweg von allen Anwesenden Anrufe erhalten, wie es mir geht, zudem Besuche von diversen Nachbarn, auch solche Neuigkeiten sprechen sich anscheinend schnell herum, hier. :-))
Aber das Beste war, daß die Gastgeber offenbar ernsthaft besorgt waren, die Polizei könnte die ganze Familie abführen, weil die sehr rigoros reagiert, wenn einem Europäer etwas zustößt - hat jemand schon einmal so etwas erlebt? Nun, ich habe es eh' niemandem gesagt, wo ich gespeist hatte, so was kann ja schließlich überall und jedem passieren - mein Bedarf an Ramadan-Essen ist jedenfalls in diesem Jahr vollständig befriedigt und ich ernähre mich die nächste Woche ausschließlich aus meinem Kühlschrank auf gute alte europäische Art. :-)