Mahnwache für Susanne Osthoff
ERSTELLT 14.12.05, 15:37h
Das Schicksal der im Irak entführten Susanne Osthoff ist immer noch ungewiss.
Berlin - Mit einem bundesweiten Aufruf will die Familie von Susanne Osthoff ein Signal für die Freilassung der im Irak entführten 43 Jahre alten Deutschen setzen. Die Schwester der Entführten, Anja Osthoff, rief am Dienstag zu einer möglichst großen Teilnahme an einer Mahnwache am Mittwoch in Berlin auf.
Der Krisenstab des Auswärtigen Amts (AA) bemüht sich weiter intensiv um eine Lösung im Fall der vor mehr als zwei Wochen entführten Archäologin. Details könnten zum Schutz der Betroffenen nicht genannt werden. Der Krisenstab trat erneut unter Leitung von Staatssekretär Klaus Scharioth zusammen.
Susanne Osthoff war am 25. November mit ihrem Fahrer auf einer Überlandfahrt von Bagdad nach Arbil im Norden des Irak von Unbekannten verschleppt worden. Die Kidnapper fordern von der Bundesregierung eine Ende der Zusammenarbeit mit Irak.
Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) will am Mittwochabend in Berlin mit einer Mahnwache Solidarität mit Osthoff zeigen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, will ebenfalls teilnehmen. Anja Osthoff sagte dem «Kölner Stadt-Anzeiger» mit Blick auf die Veranstaltung vor dem Brandenburger Tor: «Ich erhoffe mir ein deutschlandweites Symbol und dass woanders vielleicht auch noch Leute auf die Straße gehen, wie damals in Italien und Frankreich.» Für alles, was passiere, sei sie dankbar. «Für meine Schwester wäre das wichtig.»
In der Berliner Tageszeitung «B.Z.» (Mittwoch) beklagte Anja Osthoff die mangelnde Solidarität der Deutschen mit ihrer entführten Schwester. «Ja, ich bin enttäuscht. Die Menschen gehen lieber in warme Kaufhäuser zum Weihnachtsshopping, statt in die Kälte zur Mahnwache», sagte die in München lebende Komponistin. Ihre Schwester habe durch Hilfslieferungen in den Irak vielen Menschen das Leben gerettet. Dies sei vielen Deutschen nicht bekannt, sagte Osthoff.
Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Medikamenten-Hilfswerks «action medeor», Bernd Pastors, und dem Initiator der Aktion «Weißes Friedensband», Günter Haverkamp, will Anja Osthoff am Mittwoch in Berlin einen «Bundesweiten Aufruf zur Freilassung von Susanne Osthoff» veröffentlichen. Am Dienstag hatte auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, zur Solidarität aufgerufen: Nun sei die Phase erreicht, «in der man deutlich erkennbar machen muss, dass man auf der Seite dieses Menschen steht