Und warum das so ist? Das kann ich sicher nicht allgemeingültig beantworten, aber einige der Begründungen, die ich auf Nachfrage gehört habe, sind:
Unselbständige Arbeitsweise, Nicht-Verstehen von einfachen Vorgängen, Selbst neue Probleme schaffen, wenn es keine gibt, Doppelmoral, besonders im Hinblick auf islamische Regeln, Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit, Geringe Arbeitsmoral, stehen lieber in Gruppen und diskutieren anstatt zu arbeiten, sind immer in Hast, können nicht genießen, kommen sich wichtig vor - und ich kann eigentlich die meisten dieser Argumente nach meiner (kurzen) eigenen Erfahrung nur zu gut verstehen. Sicherlich sind damit nicht ALLE Tunesier gemeint, aber "der" Tunesier eben.
Über Frauen wird übrigens von denselben Personen bei weitem nicht so negativ gesprochen - im Gegenteil, wie ich schon mal anderswo hier schrieb, werden diese durchaus ermuntert, sich Europäer einmal näher anzusehen (nicht damit ins Bett zu steigen, sondern sie kennenzulernen, um sich ein eigenes Bild machen zu können).
Und, wie ich es aus eigener Erfahrung ebenfalls kennengelernt habe, eine Tunesierin, die mit einem Europäer anbandelt, wird scheinbar auf einmal (zumindest außerhalb der Familie) Anerkennung zuteil, die sie so gar nicht kennt. Des öfteren erhält sie positive Bemerkungen, fast immer wird sie gefragt, ob sie verheiratet ist, welche Nationalität der Ehemann/Freund denn hat, und je nach dem, was sie antwortet, gibts einen Daumen hoch oder verständnisvolles Nicken oder sogar eine Aufzählung der guten Eigenschaften eines deutschen Mannes (die üblichen Vorurteile eben, wie fleißig, pünktlich, zielstrebig, verläßlich, ehrlich) <g>.
Ausgehend von diesen Erfahrungen bin ich geneigt zu glauben, daß, umso mehr Tunesier nicht urlaubertypische, sondern andere "gute" Eigenschaften von Europäern gesehen haben, umso mehr vergleichen sie sie mit den Eigenschaften der Landsleute. Hinzu kommt natürlich, daß auch viele Tunesier im Ausland leben und dann anläßlich eines Besuches auch von den neuen Landsleuten schwärmen.