Christen und Muslime verbinden viele Glaubensinhalte.

Zu den Glaubensinhalten des Islam gehört es, dass man

1. an Gott
2. an seine Propheten (und darunter natürlich auch Jesus, a.s.)
3. an seine Bücher (Thora, Evangelium, Koran)
4. an den Jüngsten Tag (un die damit verbundene Abrechnung)
5. an das Schicksal (was an Gutem wie an Schlechtem vorherbestimmt ist)

glaubt. Das nennt man Iman.

Zur Ausübung der Religion kommen dann die fünf Säulen (Glaubensbekenntnis, Gebet, Armensteuer, Fasten, Pilgerfahrt).

Der Islam basiert also auf den vorangegangenen monotheistischen Religionen Judentum und Christentum.

Die Aufgabe des Propheten Mohammed (sas) war es, die vorangegangenen Offenbarung einerseits zu bestätigen, andererseits zu "korrigieren", was an Verfälschungen der ursprünglichen Botschaft aufgetreten ist. Er wurde als Mahner für die Menschheit entsandt.

Bei den Propheten unterscheidet man zwischen einem Prophet (arabisch "nabi"), der "nur" eine Botschaft von Gott bekommen hat, und einem Gesandten ("rasul"), der zusätzlich zu der Botschaft auch den Auftrag erhalten hat, diese unter den Menschen zu verbreiten. Jeder Gesandte ist somit ein Prophet, aber nicht jeder Prophet ein Gesandter. Also ebenso wie Mohammad (sas) war auch Jesus (as) ein Gesandter Gottes. Und auch Maria (ra), die Mutter Jesu (as), hat einen hohen Stellenwert im Islam.

Bei den Christen hat es sich nun aber so entwickelt, dass viele im Laufe der Zeit dazu übergegangen sind, Jesus und auch seine Mutter Maria quasi anzubeten, so wie man eigentlich nur Gott anbeten soll (kann man z.B. in südeuropäischen Ländern gut beobachten). Im Islam gilt ganz streng, dass man Gott absolut nichts beigesellen darf, also keinen "Shirk" betreibt. Nur Gott darf angebetet werden. Gott hat keinen "Sohn" im körperlichen Sinn (Gott zeugt nicht und wurde nicht gezeugt, wie es in der Sura al ikhlas heißt), das unterscheidet den Glauben der Muslime von dem der Christen, die Jesus oft als "Gottes Sohn" bezeichnen und anrufen.

Wie man sieht, gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Religionen und somit ist es auch verständlich, dass einem Muslim ein Christ näher oder "lieber" ist, als ein Atheist.