Als erstes möchte ich mich noch mal zu zwei älteren Postings äußern:

@ Sandra + Mango (25.+26.02.)

Was denn bitteschön für “empörte Schreie“? Wäre die Situation wirklich umgekehrt, d. h. wir würden mit unseren Männern in TN leben, würde es nicht mal ein leises Piepsen geben!
Glaubst Du im Ernst, dort würde es irgendjemand nur ansatzweise interessieren, daß sich die Kinder zu 50 % ihrer deutschen Wurzeln erinnern?
Es wäre absolut selbstverständlich, daß sie dort wie 100 %ige Tunesier leben, mit eben solchen Namen und natürlich als Moslems!
Und wir deutschen Frauen würden es absolut normal finden, da wir schlau genug sind zu wissen, daß es auch zum Wohle des Kindes ist, nicht als Außenseiter – eben dann in der 1. Heimat Tunesien – aufzuwachsen!

Was ich allerdings sehr merkwürdig finde ist, daß diese Regeln der Logik umgekehrt nicht zu funktionieren scheinen! Wenn ein Kind in Deutschland aufwächst, halte ich es eben nicht für selbstverständlich, daß es Moslem ist, nur weil sein Vater aus seinem männlichen Verständnis heraus diesen Anspruch erhebt!
Und das hat rein gar nichts damit zu tun, daß ich das “nicht in Ordnung“ finde, sondern daß ich diesen selbstherrlichen Automatismus nicht so einfach akzeptiere, nur weil der Mann ständig betont, daß das halt immer so war, so ist und so bleibt!
Und wenn man ständig mit solch ach so selbstverständlichen Dingen konfrontiert wird, dann stelle ich mich ausnahmsweise auch mal auf den Standpunkt, daß mich gewissen Dinge dann “nicht mehr die Bohne interessieren“, auch wenn ich damit das Weltbild der Herren ins Wanken bringe, aber anscheinend nicht nur der Herren…

Ich tippe mal, daß mindestens ¾ aller Kinder aus binationalen Partnerschaften in Deutschland Vornamen aus dem Heimatland des Vaters tragen. Umgekehrt in TN wäre das geradezu undenkbar, oder?
Glaubt Ihr wirklich, dass ein Kind in Deutschland glücklicher mit einem Namen wie "Ben Taoufik" aufwächst als mit dem Nachnamen der Mutter? Oder dient es vielleicht ein erster Linie doch dem Ego des Mannes?
Nichts gegen tunesische Namen, aber wenn ich in TN aufwachsen würde, möchte ich auch nicht unbedingt “Schneider-Lützkendorf“ heißen…
Aber wir überlegen uns hier, ob wir den Mann nicht mit einem deutschen Nachnamen etc. übervorteilen würden, obwohl das tunesische Gesetz das eh schon im Sinne des Mannes geregelt hat…

Wenn ich mir so einige der Diskussionspfade unter den „Partnerschaften“ anschaue, die mich wirklich sehr betroffen – aber auch wütend – machen, glaube ich, daß es nicht schaden kann, in erster Linie einmal unsere Interessen im Auge zu behalten, ja ok, zu 50 %, das kann ich akzeptieren, ob es nun um den Mann oder die Kinder geht, ich möchte wirklich keinem die Wurzeln „stehlen“, aber man sollte nicht vergessen, daß die meisten Männer in 100 %-Dimensionen denken, und zwar zu ihre Gunsten!

Ich gehe davon aus, dass Ihr entschieden habt, gewisse Dinge einfach nicht mehr zu Diskussion zu stellen, damit die Partnerschaft funktioniert. Unter dieser Voraussetzung kann es wohl auch klappen.

Ich habe mich allerdings anders entschieden, denn wenn jede Bereitschaft, es dem anderen hier schön & heimisch zu machen und jede Suche nach einem Kompromiß letztendlich nur dazu führt, dass mehr oder weniger alles für selbstverständlich gehalten und immer weiter “gefordert“ wird, dann spiele ich halt irgendwann nicht mehr mit!

Ihr meint, unter diesen Voraussetzungen sollte man sich erst gar kein Kind anschaffen; absolut richtig, genau aus diesem Grund möchte ich auch kein weiteres gemeinsames Kind mit einem Moslem haben, da ich bereits die Erfahrung gemacht habe, dass jeglicher Kompromiss in Gedächtnisschwund endet, sobald das Kind erst mal auf der Welt ist. Da ich im Gegenzug aber auch weiß, dass ich meine Wünsche nicht bedingungslos denen des Mannes unterordnen könnte & würde, muß ich leider schweren Herzens darauf verzichten, zwar nicht in meinem, aber im Interesse des Kindes.

@ Sandra
Zu Deinem Posting von heute kann ich ebenfalls in einem Punkt zustimmen:
Du hast recht, wäre ich nicht bereits verheiratet, würde ich das ganze wirklich lassen…!
Und @Uli, Du würdest doch zumindest auch ins Grübeln kommen, oder? [Winken]

“Ich finde, entweder steht man zu seinem Mann und kann ihm vertrauen oder man lässt es!“
Grundsätzlich richtig, nur in den meisten "unserer Beziehungen" eine Weisheit vom Planeten Utopia…
Aber auch ein beliebtes Argument, wenn es ums Thema “Ehevertrag“ geht! Wenn man aber danach sieht, wieviele Ehen in der Realität dann doch geschieden werden, ist der Weg vom Vertrauen über die Blauäugigkeit rein in die Dummheit nur ein ganz kurzer…

Wenn man nicht wie die 3 stummen, blinden und tauben Affen durch’s Leben rennt, kann es eigentlich nur ein Fazit geben:
Wenn man nicht bereit ist, ein ganzen Stück von sich selbst aufzugeben und nicht das Wort “Kompromiß“, sondern “Nachgeben“ zu seinem 2. Vornamen zu machen, sollte man von so einer Ehe wirklich die Finger lassen.
Es gibt zwar immer wieder Ausnahmen von der Regel, aber nach Jahren werden nur ein paar Ehen übrig bleiben, auf die oben gemachte Aussage nicht zutreffen wird!
Aber seine Erfahrungen muß halt jeder selber machen, vor 20 Jahren hab ich auch mal anders darüber gedacht, aber mit 40 hat man eben nicht mehr soviel Zeit für Illusionen…

Tut mir leid, wenn ich heute mal ein bißchen "deutlicher" werde, aber ich habe in letzter Zeit soviele Beziehungen aus wirklich immer den gleichen Gründen den Bach runtergehen sehen, daß mein Verständnis für unsere Schäfchen langsam aber sicher aufgebraucht ist!!!