Die Beschneidung wird bei vielen Völkern dieser Erde aus unterschiedlichen Gründen durchgeführt: zum Beispiel aus medizinischen, hygienischen Gründen wie in Amerika, oder auch aus religiösen Gründen wie im Islam oder im Judentum.Wenn im Islam von Beschneidung die Rede ist, dann ist die Beschneidung von Jungen gemeint.
Sie ist ein medizinischer Eingriff, der von einem Arzt durchgeführt werden sollte. Bei der Beschneidung wird die Vorhaut vom männlichen Glied entfernt; nämlich der Teil der Haut am Glied, der die Eichel bedeckt.
Diese Art der Beschneidung von Jungen ist nicht nur ein islamischer Brauch. Nach der islamischen Überlieferung ist die Beschneidung auf den Propheten Abraham zurückzuführen, der vor ca. 4000 Jahren gelebt haben soll. Der Prophet Muhammed, der letzte und der wichtigste Prophet für die Muslime, hat die Beschneidung in die islamische Tradition aufgenommen und als einen wichtigen islamischen Brauch integriert. Im Koran selbst - dem heiligen Buch der Muslime - wird die Beschneidung jedoch nicht erwähnt. Dennoch wird sie aufgrund der Empfehlungen und der Lebenspraxis (Sunna) des Propheten Muhammed von vielen Muslimen aus allen Teilen der Welt als ein unverzichtbares religiöses Gebot betrachtet.
Für die Beschneidung gibt es zwar keine Altergrenze, jedoch werden die meisten Jungen zwischen dem 3. und dem 11. Lebensjahr beschnitten. Die Beschneidung der Jungen gilt unter vielen Muslimen als ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis und wird in vielen Familien als ein großes Fest gefeiert. Alle Verwandte, Bekannte und Freunde werden eingeladen. Der Beschnittene wird entsprechend festlich gekleidet und bekommt viele Geschenke und große Aufmerksamkeit.
Obgleich die Beschneidung von seiner religiösen Bedeutung nicht mit der Taufe zu vergleichen ist, kann sie als Festakt mit der Taufe verglichen werden.
Während die Beschneidung von Jungen auf die Lebenspraxis (Sunna) des Propheten Muhammed zurückzuführen ist, kann die Beschneidung der Frau nicht auf den Islam oder auf die islamische Tradition zurückgeführt werden.
Sie ist nicht nur als unislamisch, sondern auch als menschen- und frauenverachtend abzulehnen. Bei der Beschneidung der Frau handelt es sich meistens um gravierende Genitalverstümmelungen, die mit großen Schmerzen verbunden sind und für die Frauen ein Leben mit massiven Einschränkungen bedeuten.
Dennoch wird die Beschneidung von Mädchen und jungen Frauen, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, zumeist in afrikanischen Ländern wie z.B. Senegal, Mali, Kenia, Tansania von manchen ethnischen Gruppen durchgeführt.
Das heißt, in den ethnischen Gruppen, in der die Beschneidung eine Tradition ist, werden sowohl muslimische Frauen als auch nichtmuslimische Frauen sowie Christinnen beschnitten.
www.boyng.de/schuelerwlt/religion-sinnesfragen/ritualle-und-braeuche-im-islam/