Guten Morgen,
ich finde es schon einen enormen Unterschied ob ein Kind von sich aus sagt: ihhhh, Jungs sind doof, oder ihhhh Mädchen sind doof, oder ob der Vater sagt: du darfst nicht mit Jungs zusammen sein, du darfst nicht mehr an Klassenfahrten teilnehmen, du darfst nicht zur Disco, du darfst nicht zum Schulfest, du darfst nicht alleine mit Freundinnen rausgehen....und und und.
Ganouscha, wenn der Vater Traditionen weitergibt ist das ja auch kein Problem, solange es die Persönlichkeit der Kinder nicht einschränkt und sie die Möglichkeit haben zu sagen: das find ich gut, das nicht usw. Wenn ihnen diese Möglichkeit durch Verbote genommen wird, ist eine Grenze überschritten, die m.E. nicht überschritten werden darf, egal von wem. Ein Kind, was mitbekommt, das der Vater ihm nicht vertraut, das er normale Dinge verbietet die hier zum Leben gehören, wird sich irgendwann widersetzen, und das sind dann oft die Kinder, die in irgendeiner Form abrutschen. Das sind die Kinder die irgendwann anfangen zu lügen, die zum papa sagen: ich geh zu ner Freundin, sich dann aber mit Jungs treffen, und dann wirds gefährlich. ich habe Vertrauen zu meinen Töchtern und bekomme dafür klare wahre Aussagen von Ihnen, iich weiß wann sie sich mit wem und wo treffen, weil sie mich nicht belügen müssen. das ist eine ganz einfache und logische sache.
Das dein Mann nicht besonders religiös ist, hat damit auch nicht sehr viel zu tun. Mein Ex mann war auch nicht religiös, aber es war immer sehr wichtig nach außen super dazustehen, vor der familie, und um Himmels willen, wenn der Bruder mitbekommt, das die Tochter mit Jungs zusammen ist, was denken denn dann die anderen über ihn, nein das geht nicht. Und dann in diese üblen Verdächtigungen, das sie sich nur mit Jungs trifft um rumzup...en, zu ihr zu sagen, dieses ewige Mißtrauen, das war einfach nicht akzeptabel.
Die Kinder haben natürlich Kontakt zu ihm, die Kleine ist alle 14 tage am WE bei ihm, wir haben uns ganz in Ruhe getrennt, schon allein um den Kindern nicht zu schaden, und ich bin ihm auch sehr dankbar das er das so mitgemacht hat und es bis heute friedlich geblieben ist. Ich glaube auch für ihn war das alles so besser, er konnte sozusagen nicht über seinen "Traditionsschatten" springen und wollte weder den Kindern noch mir wehtun, und da war eine Trennung die für alle einfachste Lösung.
Grüße aus Neukölln (bin arbeiten)