Donnerstag, 7. April 2005
Handgranate auf Touristen
Anschlag in Kairo
Bei einem Terroranschlag auf einen Touristenbasar in Kairo sind am Donnerstagabend eine Französin und ein Amerikaner getötet worden. Das wurde aus Sicherheitskreisen in der ägyptischen Hauptstadt bekannt. Laut Polizei starben bei dem Anschlag noch ein oder zwei weitere Menschen, die aber bisher nicht identifiziert werden konnten. "Überall lagen Leichenteile herum", sagte ein Augenzeuge. 19 weitere Menschen hätten Verletzungen erlitten, darunter zehn Ägypter, zwei Türken, zwei Italiener, zwei Amerikaner, zwei Franzosen und ein Brite.
Augenzeugen sagten, der Attentäter habe auf einem Motorrad gesessen und im Vorbeifahren einen Sprengsatz auf das Geschäft in der Al-Gohar-Straße, 200 Meter von der historischen Al-Azhar-Moschee entfernt, geworfen. Andere sagten, der Mann habe sich mit einem auf dem Motorrad angebrachten Explosivsatz in die Luft gesprengt. Ein Verdächtiger wurde zum Verhör abgeführt, wie Augenzeugen weiter sagten.
Ägypten war in den 90er Jahren von einer Serie blutiger Anschläge ägyptischer Terrorgruppen gegen Touristen heimgesucht worden, die damals zu einem dramatischen Rückgang der Urlauberzahlen geführt hatten. Nachdem sich die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gegen die Terroristen gestellt hatte und viele Angehörige des "Dschihad" und der "Gamaat Islamija" verhaftet worden waren, wurde es friedlich, bis Extremisten im Oktober vergangenen Jahres ein Hotel in Taba und zwei Feriencamps auf der Sinai-Halbinsel angriffen und dabei 34 Touristen, vorwiegend Israelis, töteten. Im vergangenen Jahr hatte die ägyptische Tourismusindustrie einen neuen Urlauberrekord verzeichnet.
Nach dem Taba-Anschlag hatten die ägyptischen Behörden erklärt, eine lokale Gruppe, der ein Palästinenser und mehrere Beduinen angehörten, habe den Anschlag geplant und ausgeführt. Spekulationen über eine Beteiligung des Terrornetzwerks El Kaida von Osama bin Laden traten die Ägypter vehement entgegen.
Adresse:
http://www.n-tv.de/356870.html