Neuer Flüchtlingsstrom nach Italien - Boot strandet vor Sizilien

RAGUSA - Ein neuer Flüchtlingsstrom von mehr als 500 Menschen hat Italien erreicht: Ein zehn Meter langes Flüchtlingsboot aus Nordafrika strandete am frühen Montag in schwerer See an der Südküste Siziliens.

Wie die italienischen Behörden mitteilten, konnten etwa 210 Bootsinsassen in der Nähe der Stadt Gela aus eigener Kraft das Land erreichen.

Zugleich landeten zwei weitere Boote mit illegalen Immigranten aus Nordafrika auf der südlich von Sizilien gelegenen Insel Lampedusa. Mindest 300 Menschen gingen nach Angaben der Behörden an Land. Die Küstenwache suchte erfolglos nach weiteren Bootsinsassen.

Die meisten Migranten stammen den Angaben zufolge aus Algerien, Tunesien und dem Nahen Osten. Zunächst hatte es geheissen, das Boot sei gekentert.

In den vergangenen Monaten war es bei Überfahrten von Migrantenbooten aus Nordafrika nach Süditalien immer wieder zu Katastrophen gekommen. Dutzende Menschen ertranken dabei oder verdursteten auf der Überfahrt.

Meist starten die völlig überfüllten Boote an der libyschen Küste. Schleuserbanden erhalten über 1000 Euro (rund 1556 Franken) für die Übefahrt. Aus Angst vor der italienischen Küstenwache zwingen Schleuser ihre Passagiere oftmals, vor der Küste ins Wasser zu springen und an Land zu schwimmen