Hallo Franzi
nun es war zu erwarten, dass die gut gemeinten Ratschlaege nur den Tunesier in die Ecke draengen werden und alle sympathien dir gelten werden. Es ist auch nicht so, dass ich deine berechtigten Aengste nicht verstehe, aber der Anstand verlangt, dass man auch die andere Seite nicht verteufelt. Bis zum Eintritt der Schwangerschaft schien alles im Butter zu sein, du hast diesen Zeitabschnitt positiv bewertet, was hat sich denn seit dem geaendert? Die Drohungen? Erstens kann gut sein, dass er nicht wusste wie er darauf reagieren soll und irgend einen Nonsens geredet ich kann es nicht beurteilen, aber ein Mensch kann sich nicht so im handumdrehen charakterlich grundlegend veraendern, hat er denn die ganze Zeit davor nur Theater gespielt? Dazu fehlt aber jeglichen Grund. Es kann auch gut sein, dass er uebertrieben empotional reagiert hat und alle moeglichen Register gezogen hat, wo er dachte, er koennte dadurch etwas bewegen ohne jedoch ernste Absichten dahinter. Der Mann ist auf jeden Fall sehr spontan und vielleicht auch impulsiv. Wenn er irgendwelche morbide Plaene gehegt haette, dann haette er total anders verfahren und niemals irgendwelchen Verdacht bei dir aufkommen liess in dem er z.B. den verstaendnisvollen, lieben Partner gespielt haette. Ich vermisse ehrlich gesagt bei diesem Austausch, wo alle moeglichen gesetzlichen und behoerdlichen Raffinessen besprochen wurden, den menschlichen und den ethischen Aspekt. Ist es denn mit dem Gewissen zu vereinbaren, dass man ueber die Vaterschaft falsche Angaben macht und de facto luegt? Dass der Vater nur noch als Samenspender betrachtet wird? kann man es ihm veruebeln, dass er dieses fuer ihn neue Vatergefuehl auch mal erleben moechte, haettest du es auch mal einfach hingenommen wenn es andersrum gewesen waere und dir aus irgendwelchem interkulturellen kleinkram dein Kind vorenthalten haette? Mir kam es vor, ohne dir irgendetwas unterstellen zu wollen, als haettest du einfach nach einem Vorwand gesucht um dich aus der Verantwortung zu ziehen, denn die Einleitung lies sich wie ein Liebesroman lesen, ohne jegliche negative Vorausdeutung.
Na ja und nebenbei gesagt, es ist den Tunesienkennern entgangen, dass der Mann keinen gesetzlichen Anspruch auf das Kind erheben kann solange er nicht verheiratet ist und er im Personenregister nicht als Vater ausgewiesen wird.
Ich verstehe wirklich nicht, vor allem wenn ich einige hier eingebrachte Erlebnisberichte lese, diese Schwarz-weiss-malerei ohne jeglliche Zwischentoene, ich vermisse die Ueberleitung von dem heissgeliebten Suessen zu dem man pausenlos mit einem verliebten Blick heraufgeschaut hat zu dem Teufel, dem man nicht ueber den Weg traut ja sogar ihn mit Schadenfreude zappeln laesst und selbstgefaellig die Huerden geniesst, die er zu ueberwinden hat (Assia)