Von kulturellen Unterschieden abgesehen, auch was die berühmte Kleiderordnung angeht, dürfen wir nicht vergessen, dass nicht alle Tunesier am Tourismus partizipieren. Die Preise werden durch den Tourismus immer höher. Die Leute, die im Tourismus arbeiten und zu ihrem Einkommen Trinkgelder bekommen, können das bezahlen, die anderen sind verschuldet.
bsp. ein Lamm, durchnittl. Grösse kostet heute etwa 150 Dinar. In Deutschland fkaufe ich es um 200.- beim Bauern. Ein Kilo Lammfleisch beim Metzger 9 Dinar. Bei einem Familieneinkommen von z bsp. 250 Dina für eine 4 Köpfige Familie kann sich jeder ausrechnen, was das bei uns vergleichsweise kosten würde.
Warum sollte ein Landwirt sein Schaf einem Nachbarn für einen fairen Preis verkaufen, wenn er im Hotel das doppelte dafür bekommt.

ein anderes Beispiel. wenn du streit bis hin zur Prügelei mit einem Tunesier hast und gehst zur Polizei, wirst du als Tourist immer recht bekommen. Der Tourist geht über alles Recht.
In einigen Gegenden im Süden werden Motorradfahrer schon mit Steinen beworfen. warum?
Früher waren gerade diese dort sehr beleibt, weil sie kontaktfreudig mit den Einheimischen waren.
Nun gibt es Reiseunternehmer die in Bussen Motorradfahrer samt Rädern nach Südtunesien verfrachten und dort Privatralleys veranstalten, die zum Teil wie die irren durch die Dörfer brausen. Also kein Wunder.

Die Regierung ist ein anderes Problem. Sie hat wegen ihrer Priorität auf den Tourismus sämtliche sozialen Probleme liegen lassen.
Schau dir mal die witwenrenten dort an. Eine Unverschämtheit.
Ben Ali wird im tunesischen Fernsehen, das von der Regierung gesteuert wird (kanal 7) von morgens bis abends gelobt. Den ganzen Tag eine einzige Werbeveranstaltung. Er sollte mal raus aus seinem Palast und sich um die Armen kümmern.
Desto grösser der Abstand wird um so grösser werden die sozialen Spannungen werden, die von viel Polizei unterdrückt werden, noch. Jeder der in den Touristengebieten war, weis, dass an jeder Ampel ein Polizist steht.
Diese aukommenden sozialen Spannungen sind ein Grund für mehr aufkommende Fremdenfeindlichkeit in Tunesien.