Unglaublich wie weit das manchmal gehen kann:
http://www.abendblatt.de/daten/2004/11/10/362492.htmlHamburg
Von der Frau verlassen - da stach der Ehemann mit dem Messer zu
Mordversuch: Ein 34 Jahre alter Tunesier rastete in Steilshooper Wohnung aus - im Nebenzimmer schlief sein zweijähriger Sohn
Seine Liebe schlug in blinden Haß um. Der Tunesier Kaies J. (34) war außer sich vor Wut: Seine Frau hatte sich von ihm getrennt, ihn aus der gemeinsamen Wohnung geworfen. Am Sonntag mußte er seine letzten Sachen holen. In der Nacht zum Dienstag drehte der 34jährige durch, faßte einen brutalen Plan. In den Morgenstunden schlich er sich in die Wohnung seiner Frau. Barbara J. und der gemeinsame Sohn Elias (3) schliefen, als der Mann seine Frau mit einem Elektroschocker angriff: "Ich bringe dich um, und das Kind auch", brüllte Kaies J. (34).
Der Tunesier stürmte in die Küche der Wohnung am Gropiusring in Steilshoop und zog ein Fleischermesser aus der Schublade. Wie von Sinnen lief er zurück ins Schlafzimmer. Seine Frau wandte sich aus Angst vor ihm ab, da stach er ihr in den Rücken. Immer wieder, bis die Klinge abbrach. Wäre die Klinge nicht abgebrochen, hätte er vermutlich weiter zugestochen.
Barbara J. schrie laut um Hilfe, im Kinderzimmer weinte der kleine Elias, Nachbarn hörten die Schreie, alarmierten die Polizei. Eine Nachbarin sah noch, wie der Tunesier aus dem Mehrfamilienhaus rannte.
Barbara J. kam ins Allgemeine Krankenhaus Barmbek - in die Notaufnahme. Ironischerweise an den Ort, an dem sie sonst als Krankenschwester arbeitet. Die Mutter der jungen Frau, die ebenfalls in Steilshoop wohnt, holte den verstörten Elias aus der Wohnung.
Die Hamburgerin hatte Kaies J. vor sieben Jahren in Tunesien kennengelernt. Zunächst war es eine Urlaubsliebe. Kaies arbeitete in dem Klub, in dem Barbara Ferien machte, als Animateur. Doch dann wurde mehr daraus: Barbara besuchte den Mann noch ein paarmal, vor fünf Jahren folgte er ihr nach Deutschland. Hochzeit, zwei Jahre später ein Sohn. Das Familienglück schien perfekt. Doch nur nach außen hin: Kaies fühlte sich fremd in Hamburg, fand keine Arbeit. Er lebte vom Gehalt seiner Frau, bekam oft Wutanfälle, soll auch seinen Sohn geschlagen haben. Schließlich setzte Barbara den Mann vor die Tür - doch zuvor hatte sie ihm noch eine Wohnung besorgt und sogar die Kaution für ihn bezahlt. In dieser Wohnung nahm die Polizei den Täter eine halbe Stunde später fest. kj
erschienen am 10. November 2004 in Hamburg