Hallo alle zusammen
das Thema Krankenhaus ist für mich ein Horror!
ich war im Frühling für 6 Wochen in TN und habe nun diese schreckliche Erfahrung mit Krankenhäusern machen müssen.
Es fing alles schön an.....
Mein Ex-Freund Ridha und ich hatten wieder telefonischen Kontakt zueinander und so im April ging ich dann nach TN.
Endlich, so dachte ich, haben wir unseren Weg zusammen gefunden und dann in der zweiten Woche
passierte der Unfall mit ihm. Er hatte seinen Schlüssel vergessen und wollte die Fassade hochklettern und stürzte.....
Er kam dann in ein öffentliches Krankenhaus und da
stellte man einen zweifachen Wirbelbruch fest und man wollte 72 Std. abwarten für eine OP.
An nächsten Tag nach dem Unfall, brachten wir ihm persönliche Dinge ins Spital und der beste Freund; Karim,von ihm fragte ob ich zu ihm gehen dürfte, dieser gab die Zustimmung und ich war 3 Meter weg vom Bett da kam jemand schickte mich weg und wie ich später erfuhr, beschimpfte er die Frau von Karim weil sie die kleine Tochter dabei hatte, sowas gehört anscheinend nicht in ein Krankenhaus! aber das die Pfleger im Krankenzimmer geraucht haben, na ja das macht wohl nichts!!!
Am 3. Tag gingen wir während der offiziellen Besuchszeit und da waren auch die Eltern und Geschwister.
Diesmal waren wir auf der anderen Seite vom Zimmer und es war ein langer schmaler Gang und es waren Glasscheiben dazwischen und die Patienten mussten den Kopf nach hinten drehen wennn sie die Besucher anschauen wollten.
Nicht einmal die Eltern durften zu den Patienten !
Am 4. Tag war immer noch keine Entscheidung getroffen betr. OP und da wurde es Karim langsam zu bunt. Er konnte die ganze Sache nicht verstehen und hatte absolut kein Vertrauen mehr in dieses Krankenhaus. Zusammen mit dem Chef von Ridha und einem Cousin setzten sie alle Hebel in Bewegung um ihn von da nach Tunis zu bringen. Das Krankenhaus sperrte sich aber gewaltig, warum weiss ich eigentlich heute noch nicht so genau.
Man sagte nur, er wird nicht mehr laufen können und da können andere Aerzte auch nicht mehr machen.
Mit Beziehungen und viel Glück und Einsatz, wurde er dann am 6. Tag nach Tunis in eine spez. Klinik gebracht, anscheinend sehr international und gut.
ich war, trotz der Tragik und das Ungewisse, unendlich glücklich.
In dieser Klinik stellte man dann fest, dass er noch innere Blutungen hat im Bauch und "nur" ein Wirbel gebrochen ist. Die Halskrause die er im anderen Spital anlegen musste war für nichts!
hat auch nur 50 Dinar gekostet.........
Zu dieser Zeit war ich eigentlich nur noch froh, dass er endlich in ein besseres Krankenhaus gekommen ist aber auch da musste man warten warten und nochmals warten ohne zu wissen was eigentlich getan wird.
Positiv an diesem Krankenhaus ist, dass man die Patienten besuchen kann, d.h. zu ihnen ins Zimmer gehen darf. So war es mir auch gleich ob ich Katzen im Korridor angetroffen habe, oder die Leute im Zimmer geraucht haben (Rauchverbot mit Tafel) dreckige Toiletten gesehen habe , die Lacken verdreckt etc etc etc
Der OP-Termin war endlich da und am anderen Tag hiess es, das die Frau vom Arzt ein Baby bekommen hat und erneutes warten....
5 Tage vor meiner Abreise war dann die Operation.
Es hiess damals, dass er zu 70% wieder laufen kann und das er in ca. 2-3 Wochen nach Zarquan in eine Spezialklinik kommt , - Massage usw.
Jetzt bin ich seit 27. Mai wieder hier und er immer noch in der gleichen Klinik und niemand weiss wie es weiter geht.
Er kann jetzt im Stuhl sitzen, aber mit sehr grossen Schmerzen verbunden.
Seit diesem Unfall bin ich total am Boden und ich denke, hätte ich ihn doch nie mehr gesehen so wäre das vielleicht nicht passiert. Lieber Sehnsuchtschmerz und Trennungsschmerz, als so eine Tragik anzusehen.
Seit gestern weiss ich, dass ich im August
1 Woche kompensieren kann und sofern ich jetzt noch was finde werde ich nach TN fliegen.
Für die med. Betreuung kann ich nichts tun, aber ich muss einfach bei ihm sein um ihm die Hand zu drücken und ein lächeln zu geben......
Gruss
Yvi