Hallo,

zur Versorgung in tunesischen Krankenhäusern habe ich dieses Wochenende mal wieder ein Negativbeispiel vorgeführt bekommen:
Meine Schwiegermutter wurde mit fast 42° Fieber und nicht mehr ansprechbar am Freitag in die staatliche Klinik in Mahdia eingeliefert. Dort wurde ihr Blut abgenommen und ihr Eis auf die Stirn gelegt. So die Situation am Freitag. Am Samstag immer noch das gleiche: man weiß nicht, was sie hat, also bekommt sie auch keine weitere Behandlung. Das Krankenhauslabor hat noch keine Ergebnisse. Am Sonntag gab es wieder keine Ergebnisse, denn am Sonntag arbeitet das Labor natürlich nicht! Doch sie bekam wenigstens endlich NaCl-Infusionen um den enormen Flüssigkeitsverlust auszugleichen und das Eis wurde nicht nur auf die Stirn, sondern auch auf den Bauch gelegt - welch ein Fortschritt....
Ich glaube nicht, daß man in Deutschland jemanden mit so hohem Fieber ohne fiebersenkende Mittel 3 Tage liegen lassen würde, oder daß Krankenhauslabore am Sonntag nicht arbeiten. Trotz der oft mangelhaften Zustände in unseren Kliniken hätte sie hier mit Sicherheit schon am Freitag Medikamente zum Fiebersenken bekommen und der Grund des Fiebers wäre auch sicher an einem Wochenende festgestellt worden.
In einer tunesischen Privatklinik bestimmt auch. Ich bin mal wieder sehr enttäuscht und werde in Zukunft nur noch lachen, wenn mir jemand erzählt, daß in Tunesien die medizinische Versorgung optimal funktioniert!
Annegret
PS: Wir wissen bis jetzt nicht, was mit ihr los ist!