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17 Flüchtlinge im Mittelmeer vor Tunesien ertrunken
04.10.2004 13:04
TUNIS - Bei einem Unglück vor der Küste Tunesiens sind mindestens 17 Flüchtlinge ertrunken. 47 Passagiere des mit 75 illegalen Einwanderern aus Marokko und Tunesien besetzten Schiffes würden vermisst, teilte die Nachrichtenagentur TAP mit.
Laut der tunesischen Agentur wurden 11 Personen gerettet. Das Boot sei bereits in der Nacht zum Sonntag gesunken, hiess es. Das Unglück geschah demnach vor der Küste des Bezirks Sousse rund 120 Kilometer südlich von Tunis.
Die Flüchtlinge hätten zu einer Gruppe von insgesamt rund 280 Menschen gehört, die illegal nach Italien gelangen wollten. Das überfüllte Boot der 70 Marokkaner und fünf Tunesier brach laut Augenzeugen nur eine Stunde, nachdem die Flüchtlinge in See gestochen waren, auseinander.
Tausende von Flüchtlingen versuchen jährlich, von Afrika aus auf illegalem Wege Europa zu erreichen. Immer wieder ertrinken dabei Menschen. Viele steuern von der nordafrikanischen Küste aus Italien oder eine dem Land vorgelagerte Insel an.
Italien hat unterdessen damit begonnen, illegale Einwanderer aus Nordafrika bereits kurz nach ihrer Ankunft wieder zurückzuschicken. Allein am Wochenende waren etwa 1250 Flüchtlinge mit mehreren Booten aus Libyen auf der Insel Lampedusa gelandet.
Zwischen 500 bis 600 seien seitdem in das nordafrikanische Land ausgeflogen worden, berichteten italienische Medien. Innenminister Giuseppe Pisanu wolle trotz massiver Kritik von Menschenrechtsorganisationen an dieser harten Linie festhalten.