Flüchtlingswelle nach Italien
Die Aufnahmelager von Lampedusa sind hoffnungslos überfüllt, und es ist kein Ende der Flüchtlingswelle in Sicht.
Die Küstenwache hat am Sonntag vor der Insel Lampedusa bei Sizilien zirka 200 afrikanische Flüchtlinge aufgegriffen. Nach Angaben der Behörden war die Gruppe in einem Holzboot unterwegs. Die Flüchtlinge kamen zunächst in das Aufnahmelager einer Wohltätigkeitsorganisation. Anschließend sollten sie nach Porto Empedocle auf Sizilien gebracht werden, wo über ihre Zukunft entschieden werden soll.
340 Flüchtlinge binnen 48 Stunden
Bereits am Samstag waren 74 afrikanische Flüchtlinge unweit von Lampedusa aufgegriffen worden. Binnen 48 Stunden landeten insgesamt rund 340 Flüchtlinge auf der Mittelmeerinsel. Sie nutzen das schöne Wetter, um den engen Meeresarm zwischen Tunesien und Lampedusa zu überqueren.
Notstandsmaßnahmen gefordert
Die Flüchtlinge stammen mehrheitlich aus Nordafrika. Das Aufnahmelager von Lampedusa, das ursprünglich für 150 Menschen gedacht war, ist völlig überfüllt. Mehrere Immigranten wurden mit Flugzeugen nach Sizilien gebracht. Die Behörden der kleinen Insel zwischen Sizilien und Tunesien appellierten an die Regierung in Rom, Notstandsmaßnahmen zur Einschränkung der Flüchtlingswelle zu ergreifen.
Keine Ende der Flüchtlingswelle in Sicht
Zwei Millionen Menschen, die aus ihren Heimatländern flüchten, könnten in den kommenden Monaten mit allen möglichen Mitteln versuchen, von Libyen über das Mittelmeer nach Europa einzureisen, hatte diese Woche der italienische Innenminister Giuseppe Pisanu vor dem römischen Parlament gewarnt. Der Menschenhandel floriere dank krimineller Organisationen, die immer aggressiver werden, sagte der Minister.
Artikel vom 25.07.2004 |apa |dk
Quelle:
http://kurier.at/chronik/682612.php