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http://de.news.yahoo.com/030622/71/3i72j.htmlSonntag 22. Juni 2003, 10:53 Uhr
Nach Schiffskentern kaum Hoffnung für Vermisste vor Tunesien
Tunis (Reuters) - Nach dem Kentern eines Schiffes mit afrikanischen Auswanderern vor der tunesischen Küste haben die Behörden nach eigenen Angaben nur noch wenig Hoffnung, einige der rund 200 Vermissten lebend zu bergen.
"Wir setzen unsere Suchmaßnahmen fort, aber wir haben nur eine geringe Chance, noch mehr Überlebende zu bergen", sagte ein Behördenvertreter am Samstag. Es grenze an ein Wunder, wenn Menschen länger als 36 Stunden im Wasser überleben würden. Das Schiff, das die Afrikaner über das Mittelmeer illegal nach Italien bringen sollte, war mit rund 250 Menschen an Bord am Freitagmorgen in schwerer See gekentert. Den Behörden zufolge wurden bislang 41 Überlebende gerettet und zwölf Leichen geborgen.
In einem Hafen auf der italienischen Insel Lampedusa lief unterdessen am Samstag ein kleines Schiff mit 107 Auswanderern aus dem Nahen Osten, Afrika sowie Kaschmir und Bangladesch ein. Damit sind allein im Juni in Italien mehr als 3000 Menschen in Italien angekommen, die versuchten, illegal einzureisen. Bereits Anfang der Woche waren sieben Menschen, die illegal in Staaten der EU gelangen wollten, vor der Lampedusa ertrunken.