Donnerstag 11. April 2002, 15:00 Uhr
Fünf Tote bei Explosion vor Synagoge in Tunesien
Tunis (Reuters) - Ein Lastwagen ist Augenzeugen zufolge am Donnerstag in der Nähe einer Synagoge auf der Insel Djerba im Süden Tunesiens explodiert. Dabei seien fünf Menschen getötet und etwa 20 verletzt worden.
Aus Regierungskreisen verlautete, die Explosion nahe der El-Ghriba-Synagoge sei ANZEIGE
ein Unfall gewesen. Augenzeugen vermuteten, es könne sich um einen arabischen Anschlag handeln. Wegen Israels Offensive im Westjordanland hatte es in den vergangenen Tagen Proteste gegen Israel in arabischen Staaten gegeben.
Die jüdische Gemeinde in Tunesien ist seit dem Altertum dort ansässig. Einst hatte die Gemeinde mehrere zehntausende Mitglieder, in den vergangenen Jahren ist die Zahl auf etwa 3000 Menschen gesunken. Im Frühling pilgern jährlich mehrere Tausend Juden, unabhängig vom Stand der Beziehungen zwischen Juden und Arabern, zur El-Ghriba-Synagoge.
In den vergangenen Wochen wurden in Frankreich aus Protest gegen die Gewalt im Nahen Osten mehrere Anschläge auf jüdische Einrichtungen verübt. Israel hat seine Offensive im Westjordanland trotz internationaler Aufforderungen, sich zurückzuziehen, fortgesetzt. Dem Militäreinsatz war eine Serie von palästinensischen Selbstmordanschlägen vorangegangen, bei denen zahlreiche Menschen starben.
Donnerstag 11. April 2002, 14:47 Uhr
Widersprüchliche Angaben über Explosion in Tunesien
Tunis (dpa) - Nach einer Explosion auf der tunesischen Ferieninsel Djerba herrscht Unklarheit über die Ursache und die Zahl der Opfer. Nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira detonierte in der Nähe einer bedeutenden Synagoge eine Autobombe und riss acht Menschen in den Tod, darunter europäische Touristen. Nach Angaben der tunesischen Nachrichtenagentur TAP handelte es sich dagegen um einen Unfall mit einem Gastankwagen, bei dem fünf Menschen ums Leben gekommen seien.
Donnerstag 11. April 2002, 15:23 Uhr
Ministerium: Keine Erkenntnisse über deutsche Opfer in Tunesien
Berlin (Reuters) - Das Auswärtige Amt in Berlin hat nach eigenen Angaben bislang keine Informationen über deutsche Opfer der Explosion auf der tunesischen Insel Djerba. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass Deutsche unter den Opfern seien, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag in Berlin.
Die Botschaft in Tunis gehe entsprechenden Meldungen nach, sagte der Sprecher. Sie habe einen Krisenstab gebildet und schicke einen Botschaftsmitarbeiter nach Djerba.
Auf der Mittelmeerinsel war ein Lastwagen in der Nähe einer Synagoge explodiert. Fünf Menschen sollen getötet und etwa 20 verletzt worden sein. Aus Regierungskreisen verlautete, die Explosion nahe der El-Ghriba-Synagoge sei ein Unfall gewesen. Augenzeugen vermuteten, es könne sich um einen Anschlag gehandelt haben. Wegen Israels Offensive im Westjordanland hatte es in den vergangenen Tagen Proteste gegen Israel in mehreren arabischen Staaten gegeben.
Donnerstag 11. April 2002, 15:14 Uhr
Israelischer Rundfunk: Vier deutsche Touristen auf Djerba getötet
Jerusalem/Berlin (dpa) - Bei einem Explosionsunglück auf der tunesischen Ferieninsel Djerba sind am Donnerstag nach Informationen des israelischen Rundfunks vier deutsche Touristen und ein Franzose ums Leben gekommen. Der Sender berief sich auf den Präsidenten der örtlichen jüdischen Gemeinde.
hat das Auswärtige Amt in Berlin noch keine Erkenntnisse, ob sich Deutsche unter den Opfern befinden. Es könne allerdings auch nicht ganz ausgeschlossen werden, dass Deutsche betroffen seien, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Die Botschaft in Tunis bemühe sich in engem Kontakt mit den tunesischen Behörden um Aufklärung. Es sei ein Krisenstab eingerichtet worden. Ein Konsularbeamter sei umgehend zu dem mehrere Stunden entfernten Djerba in Marsch gesetzt worden.
Nach Darstellung der tunesischen Nachrichtenagentur TAP hatte ein Gastankwagen zunächst den Bürgersteig gestreift und war dann in die Umfassungsmauer einer alten Synagoge gerast. Bei der Explosion der Gasladung seien der Fahrer und vier andere Personen getötet sowie 20 Passanten verletzt worden. Die Ghriba-Synagoge, eine der ältesten in Afrika, ist ein Wallfahrtsort für Juden aus aller Welt. Zum Zeitpunkt der Explosion hielten sich nach Angaben von Augenzeugen etwa 50 Menschen darin auf.
Claudia