Zu einem "typisch" tunesischen Leben zähle ich den sehr hohen Stellenwert der eigenen Familie, die Dominanz des Mannes in vielfältiger Hinsicht und die starke Betonung des Islam und der Traditionen, insbesondere aber das Vertreten dieser Werte in der Öffentlichkeit (also vor Dritten), schlimmer gar die Nichtakzeptanz anderer Werte.
In anderen Worten also das überzeugte (!) Leben "wie alle anderen" in der Art von "das ist in Tunesien so", "das macht man so und hat man schon immer so gemacht", etc.

So positiv dies für ein Leben in der tunesischen Gesellschaft sein mag, so negativ wird sich das beim Zusammentreffen mit einer Kultur einer anderen Gesellschaftsordnung bemerkbar machen.
Das Wichtige ist ja gerade, das man aus beiden persönlichen Welten eine Mischform findet, und wer da nicht schon von vornherein Anzeichen erkennen läßt, das er flexibel genug ist, eine solche erreichen zu wollen, bei dem dürfte es auf lange Sicht sehr, sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein, ein echte Änderung oder auch nur eine wirkliche Tolerierung zu erzielen.

Das gilt natürlich ebenso umgekehrt, und generell für binationale Partnerschaften, völlig egal, welcher Nationen.