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16.09.2004:
Gepflegt, aber bescheiden
Über die Vielfalt muslimischer Bekleidungsweisen -Von Yasin Alder, Bonn

http://www.islamische-zeitung.de/versenden.cgi?nr=4973

http://www.ahktunis.org/deutsch/publication/partenaire/partenaire1_f.htm

DIE KLEIDUNG


ZEICHEN DES ANSTANDS UND DES FESTHALTENS AM WESEN DER RELIGION

UM SICH VOR ALLEM FÜR FESTE ODER FÜR DEN GANG ZUR MOSCHEE ZU KLEIDEN, BEVORZUGEN DIE MUSLIME LANGE WEIßE KLEIDER (qatrtfs), die ihre Gestalt verdecken und die sie gleichzeitig vor dem heißen Klima schützen.

Turban und Kappe, die hauptsächlichen Kopfbedeckungen, die traditionellerweise mit dem islamischen Bereich in Verbindung gebracht werden, dienen dem gleichen Zweck. Bei der städtischen Kleidung gibt es feine Stoffe, Baumwolle, Leinen und Seide; die ländliche ist derber, und Wolle ist hier oft häufiger. Die Herkunft des Wortes „Turban" bleibt unklar, da jedes Land ihn anders bezeichnet. In Algerien verwendet man vorzugsweise das Wort 'irruima, in Tunesien tarbüsh, das auch in Ägypten verwendet wird. Der Turban ist vor allem muslimischen Würdenträgern vorbehalten und hat, je nach Region, verschiedene Formen entwickelt, vor allem während der Zeit, in der der Islam das einigende Band weiter Bereiche der Erde war. Die oft gelungene Verbindung des Turbans mit dem osmanischcn Fes, der sassanidischen Tiara, der mongolischen Kappe, dem litham (Schleier) der Tuareg und der maghrebinischen Chechia-Mütze hat das Auftauchen und das Bewahren lokaler Eigentümlichkeiten in Kleidung und ihren Accessoires begünstigt. Dies gilt gleichermaßen für den Islam in Asien, Afrika oder auf dem Balkan, ja selbst im al-mohadischen Andalusien, wo man auf gegenseitige Nachsicht zwischen sogenannter arabischer Kleidung und bestimmten Elementen iberischer Kleidung stößt.

Ah dem 19. Jh. verbreitete sich unter dem Einfluß der Kolonisatoren europäische Kleidung. Die Kleidung erscheint im Islam als ein Hinweis auf die Lebendigkeit der Religion, da sie, wie die religiöse Architektur (Moschee, Mausoleen, Me-dersas), auch auf erst jüngst islamisierte Gebiete übergreift.

Theoretisch sollten sich Frauen ausnahmslos jedesmal verschleiern, wenn sie ihr Heim verlassen, gleichgültig, ob sie in die Moschee gehen oder ihren Beschäftigungen nachgehen. Es handelt sich dabei um eine koranische Vorschrift, die keine Ausnahme zuläßt.
Den Schleier zu tragen1 ist für Frauen gleichbedeutend mit einer Demonstration von Tugend: „Sag den Gläubigen, sie sollen ihre Augen niederschlagen, und sie sollen darauf achten, daß ihre Scham bedeckt ist, den Schmuck, den sie tragen, nicht offen zeigen, soweit er nicht normalerweise sichtbar ist, ihren Schal sich über den Schlitz des Kleides ziehen und den Schmuck, den sie tragen, niemandem offen zeigen, außer ihrem Mann, ihrem Vater, ihrem Schwiegervater, ihren Söhnen, ihren Stiefsöhnen, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und ihrer Schwestern, ihren Frauen, ihren Sklavinnen, den männlichen Bediensteten, die keinen Geschlechtstrieb mehr haben2, und den Kindern." (Das Licht, xxiv, 31)

Im 7. Jh. charakterisierte der Schleier den Harem des Propheten und war ein Zeichen der Auszeichnung, dank dessen eine Frau guter Herkunft zu verstehen geben konnte, daß sie sittsam sei: „Prophet! Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen sich etwas von ihrem Gewand über den Kopf herunterziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, daß sie als ehrbare Frauen erkannt und daraufhin nicht belästigt werden." (Die Gruppen, XXXIII, 59) Später, zur Zeit der ägyptischen Mamluken zwischen 1258 und 1512, wurde der Schleier, der stets für gesellschaftliche Vornehmheit stand, vor allem von den Stadtbewohnerinnen von Kairo getragen.

Der Schleier zieht die Grenzen der Unantastbarkeit von Personen, vor allem von Frauen, denn es handelt sich weniger darum, sie einzuschließen - was eine neue Vorstellung ist -, sondern darum, ihre Züchtigkeit und Achtbarkeit zum Ausdruck zu bringen- Hinsichtlich der Frage des Schleiers ist das offizielle Verhalten der islamischen Länder auch durchaus gegensätzlich.
Länder wie der Iran, der Sudan und seit kurzem Afghanistan drängen auf das Tragen des Schleiers, andere wie Ägypten und Algerien anerkennen es weniger leicht. Wiederum andere wie Tunesien stellen sich offen dagegen. Seit langem tragen die Frauen in Arabien, im Jemen und in anderen Golfstaaten einen Schleier, ohne daß diese Situation jemals fremdartig erschienen oder einer Exegese unterworfen gewesen wäre.

In Frankreich, wo der Schleier ein Unterscheidungszeichen der muslimischen Frau darstellt, ist er weiterhin Gegenstand der Polemik, während er zum Beispiel in Großbritannien wesentlich mehr toleriert wird, oft bedingt durch gegenwärtige Parteiführungen, vor allem, wenn Muslime einzeln oder in Gruppen in Kontakt mit weltlichen Kreisen sind, in denen traditionellerweise die Frau unverhüllt bleibt. Ein ähnliches Problem ergibt sich bei gemischten Ehen. Während diese in der islamischen Welt zur Gänze verboten sind, werden sie in europäischen Ländern als gesellschaftliche Erfahrung betrachtet.

Zu jeder Zeit und an jedem Ort ist es die Aufgabe der Kleidung, Mäßigkeit, Anstand und Züchtigkeit sicherzustellen. Ihn Abbäs (7. Jh.), ein Onkel und Gefährte des Propheten, hat gesagt: „Iß, was du willst, und trag an Kleidung, was dir gefällt, solange du dir nicht eines von zwei Dingen zuschulden kommen läßt: Verschwendung und Knausrigkeit."
1 Je nach Land wird der Schleier mit lithäm oder hidjäb (arabische Welt), tchador (Iran), tchadri (Afghanistan), carsa/(Türkei), sa/sart (Tunesien), haik (Algerien) et cetera bezeichnet.
2 Wörtlich: „den Gefolgsleuten, die keine (sinnliche) Neigung mehr haben".
Der Schleier für die Frau ist eine koranische Verpflichtung. Er kann aus verschiedenen Stoffen hergestellt sein, und seine Farbe ist von Land ?u Land verschieden.

http://mitglied.lycos.de/muslimmm/symboledesislam/00000092391459903.htm