Hallo Leute,
Ich habe für ein Uniprojekt einige Daten zu deutsch-tunesischen Partnerschaften zusammengefasst, dachte es interessiert Euch auch
Ach ja, Quellen sind der Maghreb-Ratgeber vom IFA und die Website des statistischen Bundesamts.
Liebe Grüße
Anissa
Deutsch-tunesische Partnerschaften
Die Begegnungsmöglichkeiten für Deutsche und Tunesier sind vielfältig, ob in Deutschland, in Tunesien oder einem Drittland.
Alleine in Deutschland waren am 31.12.2004 insgesamt 22 429 Tunesier registriert. Dabei handelt es sich sowohl um Eingewanderte als auch um Angehörige zweiter oder dritter Generation. 3814 aller Tunesier Deutschlands sind hier geboren . Durch Einbürgerungen wiederum wird die Zahl der Tunesier verringert: 2002, 2003 und 2004 bekamen jeweils 1264, 1175 und 1089 Tunesier die deutsche Staatsangehörigkeit .
Ab Mitte der 1960er Jahren beginnen Tunesier, in Deutschland einzuwandern. Gründe dafür sind sowohl wissenschaftliche und kulturelle Kooperationsvereinbarungen, die es tunesischen Studenten ermöglichen in Deutschland zu studieren als auch mit Tunesien abgeschlossene Anwerbeabkommen. Trotz des 1973 festgelegten Anwerbestopps spielt diese Arbeitsmigration weiterhin eine Rolle: bis heute werden Anträge auf Familienzusammenführung gestellt.
Eine weitere begrenzte Einwanderergruppe, die sich ab den 1990er Jahren abzeichnet, sind Asylsuchende.
Immer häufiger werden deutsch-tunesische Partnerschaften in Tunesien geknüpft. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei der Tourismus, des weiteren ist eine beachtende Zahl Deutsche aus professionellen Gründen in Tunesien ansässig: im Jahr 2001 waren bei der Deutschen Botschaft in Tunis insgesamt 1107 Deutsche registriert. Da für Deutsche im Ausland keine Meldepflicht besteht, ist zu vermuten dass ihre Zahl in Tunesien um einiges höher ist. Alleine die AFART verzeichnet über 200 Mitglieder.
Schließlich können deutsch-tunesische Partnerschaften ebenfalls in einem Drittland geschlossen werden, insbesondere als Folge gemeinsamer Studienaufenthalte. Heutzutage geschieht dies meist in Frankreich; zu Zeiten der Sowjetunion jedoch studierten viele Deutsche aus der DDR gemeinsam mit Tunesiern in Osteuropa.
1999 heirateten 527 deutsch-tunesische Paare in Deutschland, darunter 74 tunesische Frauen. Bei der Deutschen Botschaft in Tunis wurden 2001 insgesamt 885 Anträge auf Familienzusammenführung mit den deutschen Partnern gestellt, 141 davon betrafen tunesische Frauen.
Nur wenige deutsch-tunesische Paare wohnen auf Dauer in Tunesien, sei es aus beruflichen, ökonomischen oder familiären Gründen (Ausbildung der Kinder...). Im Verlauf ihres gemeinsamen Lebens verbringen jedoch viele einige Jahre in Tunesien. 2001 waren bei der Deutschen Botschaft in Tunis 209 deutsch-tunesische Familien registriert .
Einige deutsch-tunesische Familien schließlich leben getrennt in Deutschland, Tunesien und / oder einem Drittland. Erwachsene Kinder absolvieren ihre universitäre Ausbildung oft in Deutschland oder Frankreich; viele unter ihnen sind später in Europa ansässig. Umgekehrt beschließen manche deutsch-tunesische Kinder, sich in Tunesien niederzulassen; besonders oft davon betroffen sind Kinder, die in Deutschland aufgewachsen sind, einen Teil ihrer Kindheit jedoch in Tunesien verbracht haben.